Analystenerwartungen übertroffen
SGL Carbon meldet Gewinnsprung

Der Wiesbadener Grafitspezialist SGL Carbon hat dank der kräftigen Nachfrage aus der Stahlindustrie im vergangenen Geschäftsjahr seinen Gewinn deutlich gesteigert und strotzt nun vor Zuversicht.

HB FRANKFURT. 2007 will SGL das operative Rekordergebnis aus dem Jahr 1997 übertreffen. 2006 habe sich der Betriebsgewinn (Ebit) trotz einer Kartellstrafe um 22 Prozent auf 138 Mill. Euro erhöht, teilte SGL am Donnerstag mit. Der Überschuss lag bei 40,7 Mill. Euro, ein Plus von 46 Prozent zum Vorjahr. Der Konzernumsatz kletterte um elf Prozent auf 1,19 Mrd. Euro und lag damit wie der Jahresüberschuss über den Analystenprognosen.

Die SGL-Aktie legte im frühen Handel um bis zu drei Prozent zu, am Vormittag lag sie mit 20,35 Euro 0,8 Prozent im Plus. In das laufende Jahr ist SGL nach eigener Einschätzung gut gestartet. „Zu Beginn des Geschäftsjahres 2007 konnten wir nahtlos an die gute Entwicklung aus 2006 anknüpfen“, erklärte der Vorstand. Der Umsatz soll um bis zu zehn Prozent steigen, der Betriebsgewinn noch stärker. Ziel sei es, den Rekordgewinn von vor zehn Jahren von 192 Mill. Euro zu schlagen.

Auch die mittelfristigen Aussichten sieht SGL rosiger und strebt nun eine Umsatzrendite von zwölf bis 16 Prozent an, nachdem bisher zehn bis 15 Prozent in Aussicht gestellt wurden. Der Konzernumsatz soll 2011 um bis zu 50 Prozent über dem Niveau des vergangenen Jahres liegen. Das wären fast 1,8 Mrd. Euro.

SGL ist zusammen mit der amerikanischen Graftech Weltmarktführer bei Grafit- und Karbon-Produkten. In der Sparte Carbon und Grafite stieg der Betriebsgewinn im vergangenen Jahr um 40 Prozent auf 171 Mill. Euro. Der Grafitelektrodenabsatz ging um etwa sechs Prozent auf 209 000 Tonnen zurück, was SGL aber mit Preisanhebungen von rund 15 Prozent wieder wettmachte. Grafitelektroden werden in Hochöfen zur Produktion von Elektrostahl eingesetzt.

Bei Spezialprodukten (Specialties) legte der Betriebsgewinn noch stärker zu, und zwar um 60 Prozent auf 32 Mill. Euro. Dagegen schrieb SGL Technologies mit Verbundwerkstoffen und Karbonfasern wegen hoher Anlaufkosten im Bremsscheibengeschäft rote Zahlen. Der Vorstand ist gleichwohl optimistisch für dieses Geschäft, in das SGL kräftig investieren will.

„Wir treten nun in eine Entwicklungsphase ein, in der wir auf weiteres Wachstum setzen und uns neu positionieren, um in einem immer stärker wettbewerbsgeprägten Umfeld bestehen zu können. Unser Ziel für die Zukunft ist es, das führende Carbon-Unternehmen zu sein“, erklärte der Vorstand. Dem solle der neue Name „SGL Group - The Carbon Company“ Rechnung tragen. Die bisher drei Geschäftsfelder sollen auf die beiden Segmente Performance Products - bisher Carbon und Graphite - sowie Advanced Materials, worunter Specialties und Technologies gebündelt werden, reduziert werden.

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