Analystenprognosen deutlich übertroffen
BASF glänzt mit Gewinn- und Umsatzplus

Der Gewinn des weltgrößten Chemiekonzerns BASF ist im vierten Quartal 2004 dank kräftiger Nachfrage nach Chemikalien und Kunststoffen kräftig gestiegen und hat die Analystenprognosen deutlich übertroffen. Auch das florierende Öl-und Gasgeschäft trug maßgeblich zum Gewinn bei.

HB LUDWIGSHAFEN. „Wir blicken insgesamt zuversichtlich auf die kommenden Monate“, sagte Konzernchef Jürgen Hambrecht am Mittwoch in Ludwigshafen. Die Monate Januar und Februar seine bereits gut verlaufen. Hambrecht sieht die „Spitze“ im Konjunkturzyklus der Chemie zwar noch nicht erreicht, rechnet jedoch mit einer leichten Abschwächung der weltweiten Chemieproduktion noch in diesem Jahr.

Der Marktführer hat 2004 seinen Gewinn auf 1,883 Mrd. € mehr als verdoppelt und im Schlussquartal deutlich stärker abgeschnitten als von Branchenexperten erwartet. „In einem günstigen weltwirtschaftlichen Umfeld haben wir unsere Möglichkeiten voll ausgeschöpft und sind stärker gewachsen als der Markt“, erläuterte Hambrecht. Die Aktionäre sollen eine um ein Fünftel erhöhte Dividende von 1,70 € je Aktie erhalten.

Im vierten Quartal steigerte BASF den Überschuss auf satte 397 (Q4 2003: 153) Mill. €. Der Betriebsgewinn (Ebit) vor Sondereinflüssen wie Restrukturierungskosten kletterte auf 1,504 Mrd. € nach 814 Mill. vor Jahresfrist. Analysten hatten nur 1,201 Mrd. € erwartet. Für das Gesamtjahr standen 4,9 Mrd. € in den Büchern, ein deutliches Plus von 64 %. Der Konzern profitierte nicht nur von einer starken Nachfrage nach Chemikalien und Kunststoffen, auch das Öl-und Gasgeschäft trug wieder maßgeblich zum Gewinn bei. Für 2005 peilt BASF einen Umsatz leicht über dem Vorjahreswert von 37,537 Mrd. € an. Der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen soll zumindest stabil bleiben.

Analysten fanden bei BASF kaum ein Haar in der Suppe und zeigten sich durchweg zufrieden. „Das ist ein sehr positives Ergebnis, besonders auf der operativen Ebene“, sagte Silke Stegemann von der Landesbank Rheinland-Pfalz. Besonders die Sparten Chemikalien und Kunststoffe hätten überzeugt. „BASF hat erneut höhere Preise bei seinen Kunden durchsetzen können.“ Der Geschäftsausblick entspreche ihren Erwartungen. 2005 werde für die Chemiebranche ein weiteres gutes Jahr, wenn auch mit einer etwas schwächeren Dynamik. Harald Gruber von der WestLB sagte: „Dies sind großartige Zahlen, die alles übertreffen: meine Schätzungen und den Konsensus.“ Die BASF-Aktie legte am Morgen im positiven Markttrend 0,7 % auf 57,65 € zu. Das Papier hatte zuletzt kontinuierlich an Wert gewonnen und am Montag bei 58,50 € einen historischen Höchststand erreicht.

Den größten Beitrag zum Betriebsgewinn im Schlussquartal 2004 steuerte mit 507 Mill. € das Öl- und Gasgeschäft bei. Dabei profitierte der Konzern vom hohen Ölpreis, der für die Nordseemarke Brent derzeit bei knapp 53 Dollar je Barrell liegt. Zudem leisteten die Segmente Chemikalien und Kunststoffe einen erheblichen Gewinnbeitrag.

Der Aufschwung in der Chemie hatte im vierten Quartal 2003 eingesetzt. Seitdem profitiert die Branche von der Erholung der Weltkonjunktur insgesamt. Internationale Konkurrenten wie die US-Chemieriesen Dow Chemical und DuPont hatten ebenso gute Gewinnzahlen für das vierte Quartal vorgelegt. Bayer hatte seinen Betriebsgewinn - vor Sondereinflüssen - sogar fast verneunfacht.

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