Anbieter stecken ihre Claims ab, um vom stürmischen Wachstum zu profitieren – Louis Vuitton macht bereits die Hälfte seines Geschäfts im Reich der Mitte
China ist die Goldgrube der edlen Marken

Joseph Lau Luen-hung ist nicht nur reich, sondern auch spendabel. Zum „Mooncake-Festival“, dem traditionellen chinesischen Familienfest, zu dem man sich gegenseitig mit Pasteten beschenkt, gab der Firmenbesitzer aus Hongkong dieses Jahr dem Küchlein für seine Mutter eine ganz besondere Verpackung: Einen Boeing-Jet. Preis: 61 Mill. Euro. Damit seien die Wochenendtrips nach London doch bequemer, meinte er.

HB PEKING. Vielflieger Lau steht für einen neuen Trend im Reich der Mitte: China entwickelt sich zum gigantischen Markt für Luxusgüter. Ob Yachten, Autos, Kleidung oder Schmuck – die Branche rechnet nach einer Studie der Beratungsfirma Ernst & Young in fünf Jahren mit 250 bis 300 Millionen potenziellen Kunden in China.

Und die wollen nicht mehr die billige Kopie, sondern nur noch das Original von Armani, Burberry oder Rolls-Royce. Die Edel-Automarke Maybach von Daimler-Chrysler plant allein in China 1 000 Stück pro Jahr zum Preis von 700 000 Dollar (580 000 Euro)zu verkaufen.

Während Europa laut über die billige „Pullover-Flut“ aus China wettert, erlebt das Reich der Mitte eine Luxus-Schwemme. Das Land hat sich so bereits weltweit zum drittgrößten Markt für Edelmarken gemausert. Der Marktanteil beträgt 12 Prozent, hinter Japan (41 Prozent) und den USA (17 Prozent). In dem Entwicklungsland werden laut Ernst & Young bereits zwei Mrd. Dollar im Jahr für Luxusgüter ausgegeben. Bis 2008 werde das Volumen jährlich um 20 Prozent zulegen, so die Autoren.

Für die Branche ist China längst Zauberwort und Goldgrube. Armani konnte im ersten Halbjahr beim Umsatz vor allem dank China glänzen. Im Reich der Mitte legten die Verkäufe um 38 Prozent zu. Auch Louis Vuitton macht bereits die Hälfte seines Geschäfts in China. Zu Weihnachten werde man in Pekings Herzen einen neuen Superladen mit 1 300 Quadratmetern Fläche eröffnen, so eine Firmensprecherin.

Die Nachfrage sprengt alle Grenzen. Das erst vor wenigen Monaten auf den chinesischen Markt gebrachte Lifestyle-Magazin „Vogue“ war mit einer für europäische Verhältnisse sagenhaften Auflage von 300 000 Stück bereits nach wenigen Tagen vergriffen.

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