Andere Partner in Erwägung gezogen
Mitsubishi macht Front gegen Daimler

Nach dem Fall der Aktie auf ein Rekordtief wächst bei dem japanischen Automobilbauer Mitsubishi Motors (MMC) die Kritik am ehemaligen Hauptanteilseigner Daimler-Chrysler.

HB TOKIO. Der neue Präsident Hideyasu Tagaya, sagte in einem Interview der Wirtschaftszeitung Nihon Keizai, Mitsubishis Probleme auf dem US-Markt lägen an undifferenziertem Marketing in der Vergangenheit. „Es war unglücklich, dass das Top Management von Executives der Daimler-Chrysler AG dominiert war.“

Derweil schaut sich MMC nach anderen Partnern zuhause und in Übersee um. „Wir erwägen Geschäftspartnerschaften, die im gegenseitigen Vorteil sind“, zitierte die Nachrichtenagentur Kyodo Tagaya. MMC suche Kooperationen im Materialeinkauf, der Entwicklungen von Teilen und im Vertrieb. Bis September will MMC festlegen, um wie viel man die Produktion in den USA angesichts von Absatzrückgängen um fast 50 Prozent kürzt.

Die Aktie des Autobauers war nach der Ausgabe der letzten Aktien für die Kapitalerhöhung zum Wochenende um 17 Prozent auf ein Rekordtief von 113 Yen gestürzt. MMC ist zurzeit Japans einziger defizitärer Autobauer. Mit dem frischen Geld wurde das Kapital um insgesamt 496 Mrd. Yen oder 3,7 Mrd. Euro erhöht. Das sind mehr als ursprünglich geplant, aber weniger als vor wenigen Wochen als maximal möglich angekündigt. Analysten bleiben skeptisch, was die Zukunft von MMC angeht, nicht zuletzt wegen eines Skandals um vertuschte Qualitätsmängel, die sich auf die Verkaufszahlen niederschlagen.

Größter Anteilseigner an MMC ist nun mit gut 33 Prozent die japanische Investmentfirma Phoenix Capital. Der Anteil von Daimler-Chrysler sinkt auf 24,7 Prozent. Der Konzern hatte eine Beteiligung an der Kapitalerhöhung abgelehnt. Phoenix-Chef Yasushi Ando erklärte den Kursverfall damit, dass Hedge- Fonds den Kurs drücken würden, um bei der Umwandlung der Vorzugs- in Stammaktien eine gute Umtauschrate zu erlangen.

Über die Investmentbank JP Morgan haben Investoren Vorzugsaktien für insgesamt 126 Mrd. Yen (rund 950 Mill. Euro) gekauft. Diese können ab August in Stammaktien umgewandelt werden. Der Anteil von Daimler-Chrysler an MMC könnte insgesamt auf 14 bis 15 Prozent sinken, sagte Ando der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland
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