Anfang 2008
RWE gründet Ökostrom-Gesellschaft

Der neue Chef des zweitgrößten deutschen Energieversorgers RWE nennt erstmals konkrete Pläne, wie er den angekündigten Ausbau des Ökostrom-Geschäfts umsetzen will. Demnach soll Anfang 2008 eine eigene Gesellschaft für den Bereich der erneuerbaren Energien gegründet werden.

HB DÜSSELDORF. Der neue RWE-Chef Jürgen Großmann treibt die Pläne zum Ausbau des Geschäfts mit erneuerbarer Energie voran. Zum 1. Februar solle eine Gesellschaft für diesen Bereich gegründet werden, bestätigte eine Sprecherin am Samstag Informationen der Nachrichtenagentur Reuters. Für den Vorsitz der Geschäftsführung solle ein Manager außerhalb des Konzerns gesucht werden. Großmann hatte nach seinem Amtsantritt Anfang Oktober angekündigt, das Ökostromgeschäft massiv auszubauen.

RWE habe seine Mitarbeiter in einem Brief über die Pläne informiert, sagte die Sprecherin. Aus dem Schreiben, das Reuters vorliegt, geht hervor, dass mit den Planungen ein Team aus dem Group Center in Essen, der Kraftwerkstochter RWE Power, der Vertriebssparte Energy und der britischen Tochter npower betraut worden ist. Zu der Kandidatensuche wollte sich RWE nicht äußern.

Die Gesellschaft für erneuerbare Energie solle unmittelbar an die RWE AG in Essen angebunden werden, heißt es in dem Brief weiter. Damit könnte erneut die Frage aufkommen, ob der Konzern Umstrukturierungen plant. In Medienberichten war spekuliert worden, dass Großmann die Zwischenholdings der Kraftwerkstochter RWE Power und der Vertriebssparte RWE Energy auflösen könnte und die Unternehmen enger an die Holding anbindet.

Der Konzern wollte dies nicht kommentieren und verwies darauf, dass Großmann seine Strategie im Februar vorstellen werde. Der RWE-Chef hatte nach der Übernahme des Chefpostens von dem Niederländer Harry Roels angekündigt, die Organisation des Konzerns zu überprüfen.

Der zweitgrößte deutsche Versorger setzt bei der Stromerzeugung bislang vor allem auf Kohle und Atomkraft und steht deshalb heftig in der Kritik von Umweltschützern. Der Marktführer E.ON hat ebenfalls angekündigt, seine Kapazitäten auf dem rasch wachsenden Markt für Ökostrom auszubauen und Milliardeninvestitionen auf den Weg gebracht.

Großmann reagiert mit dem Ausbau des Geschäts auch auf die zunehmenden Belastungen durch den Kauf von Verschmutzungsrechten. Konzerne müssen diese Rechte am Markt kaufen, wenn die ihnen zugeteilten Zertifikate nicht ausreichen. Die Stromerzeugungskapazität von RWE Power besteht zu rund 60 Prozent aus Kohlekraftwerken, die tonnenweise klimaschädliches Kohlendioxid in die Luft blasen. Bislang stammen nur etwa 2 000 Megawatt der Stromerzeugungskapazität von 34 000 Megawatt aus erneuerbaren Energiequellen.

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