Angeblich Anstieg von Umsätzen und Aufträgen erwartet
Siemens schweigt zu Budget-Spekulationen

Der Siemens-Konzern soll einem Magazinbericht zufolge im laufenden Geschäftsjahr 2004/05 mit einem neuen Rekordgewinn rechnen. Bei steigenden Umsätzen und Aufträgen solle demzufolge zumindest das Vorjahresergebnis erreicht werden. Der Konzern lehnte am Mittwoch eine Stellungnahme dazu ab. Siemens hat bisher auf eine Jahresprognose verzichtet und das vor allem mit Unwägbarkeiten bei der Neuordnung der Kommunikationssparte begründet.

HB MÜNCHEN. „Wir kommentieren keine Spekulationen zu unseren Budgetzahlen“, sagte ein Siemens-Sprecher am Mittwoch in München. Der im Januar an die Aufsichtsratsspitze wechselnde Konzernchef Heinrich von Pierer hatte zuletzt gesagt, die neue Sparte Communications (Com), die Mobilfunk- und Netzwerkgeschäft bündelt, werde ihr Budget erst im Dezember festsetzen. Da mögliche Restrukturierungslasten des dann mit rund 18 Mrd. € Umsatz größten Siemens-Bereiches noch nicht absehbar seien, sei jede konkrete Prognose für den Konzern unseriös. Hinzu kämen Unsicherheiten im Zuge des Euro-Hochs sowie der steigenden Rohstoffpreise. Siemens kündigte für Januar einen Ausblick an.

Das Magazin „Capital“ berichtete nun unter Berufung auf interne Siemens-Budgetzahlen, der Konzern strebe im am 30. September endenden Geschäftsjahr 2004/05 an, beim operativen Ergebnis der Bereiche mindestens den Vorjahreswert von knapp fünf Mrd. € zu erreichen. Dieses Ziel habe auch Bestand, wenn bislang keine Ergebnisprognose für Com vorliege. Der Umsatz solle auf rund 79,5 (2003/04: 75,2) Mrd. € zulegen. Beim Auftragseingang werde ein Anstieg auf fast 85 (80,8) Mrd. € erwartet. Der Prognose liegt „Capital“ zufolge ein Anstieg der inländischen Personalkosten von 2,3 % zu Grunde. Beim Euro-Kurs kalkulieren die Münchener wie bekannt mit 1,35 Dollar.

Tatsächlich dürfte die angebliche Ergebnisprognose kaum jemanden überraschen. Siemens hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr für die Bereiche - im Posten „operatives Geschäft“ genannt - einen Gewinn von 4,998 Mrd. € ausgewiesen. Darin enthalten war ein Verlust von 434 Mill. € in der angeschlagenen Bahntechniksparte, die dieses Jahr aber wieder schwarze Zahlen schreiben soll. Auch hat von Pierer im Handy-Geschäft auf zügige Verbesserungen gedrängt, so dass sich der Verlust von 152 Mill. € kaum wiederholen dürfte.

Würden also alle anderen Sparten ihr Ergebnis nur halten, ergäbe sich dennoch eine Verbesserung von alleine 600 Mill. €. Die Schätzungen der Analysten für mögliche Lasten im Zuge einer Restrukturierung bei Com bewegen sich zwischen 200 und 400 Mill. €. Die Ergebnisprognose sei „vorsichtig kalkuliert“, berichtete „Capital“.

Die von dem Magazin genannten Zahlen für das Geschäftsvolumen seien nahe an seinen Erwartungen, sagte Analyst Andreas Willi von JP Morgan. So gehe er selbst beim Umsatz von rund 80 Mrd. € und beim Auftragseingang von etwa 84 Mrd. € aus. Enttäuscht zeigte sich Willi aber mit Blick auf die angebliche operative Ergebnisprognose in Höhe von mindestens fünf Mrd. € für die Bereiche. „Würde das zutreffen, wäre das sehr konservativ“, sagte er. „Ich erwarte hier eigentlich einen Wert um die sechs Mrd. €.“

Für die neue Kommunikationssparte, die etwa 60 000 Mitarbeiter beschäftigt, plant Siemens „Capital“ zufolge einen Umsatzanstieg auf 18,9 Mrd. €. Der Auftragseingang soll den Wert von 19,6 (2003/04 rechnerisch: 18,5) Mrd. € erreichen.

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