Angeblich keine Krise bei VW
Sand im VW-Getriebe

Im Gegensatz zu den zahlreicher Medienberichten über die Flaute auf dem Automarkt und einer schwierigen Geschäftslage bei VW sieht sich der Volkswagen-Konzern nicht in einer Schieflage. Das Wort Krise will hier niemand hören.

HB WOLFSBURG. Doch der Motor von Europas größtem Autobauer stottert gewaltig: Die Absatzzahlen liegen unter den Erwartungen, Probleme gibt es vor allem auf den wichtigsten Märkten Deutschland, China und USA. Der Hoffnungsträger, der neue Golf, verkauft sich nicht so gut wie erhofft, kostspielige Rabattaktionen drücken zusätzlich auf die Gewinnmargen. Für Schlagzeilen und Furore an der Börse sorgten zudem Gerüchte über eine mögliche Gewinnwarnung.

„Der Markt macht uns zu schaffen“, räumte der Geschäftsführer des VW-und Audi-Händlerverbandes, Michael Lamlé, ein. Erklärtes Ziel des Wolfsburger Autobauers für 2004 ist es, mindestens das operative Ergebnis des Vorjahres von 2,5 Milliarden Euro vor Sondereinflüssen zu erreichen. Im ersten Quartal 2004 hatte nur die ertragsstarke Sparte Finanzdienstleistungen den VW-Konzern vor einem Rutsch in die roten Zahlen bewahrt. Es mehren sich die Hinweise, dass auch das zweite Quartal hinter den Erwartungen geblieben ist. „Schauen Sie auf die Zahlen“, heißt es bei VW hinter vorgehaltener Hand. Auf dem wichtigsten Markt Deutschland gingen bei VW die Zulassungszahlen im ersten Halbjahr um 1,1 Prozent zurück.

„Die Situation bei VW ist nicht einfach“, meint Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der FH Gelsenkirchen. VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder habe viele Probleme von seinem Vorgänger, dem jetzigen Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch geerbt - etwa die Luxuswagenstrategie mit dem schwach verkauften Oberklasse-Modell Phaeton und nicht gut aufeinander abgestimmte Modellzyklen. „Pischetsrieder ist dabei, das alles wieder in die richtige Reihenfolge zu bringen.“ Der schwache Auto-Markt mache dem VW-Chef aber einen Strich durch die Rechnung.

Bei Volkswagen selbst gibt man sich nach außen gelassen. Vor Veröffentlichung der Halbjahreszahlen am 23. Juli werde das Unternehmen zu Einzelheiten der Geschäftsentwicklung keine Stellung nehmen, betonte der in Wolfsburg. Das gelte auch für Berichte, unter anderem im „Spiegel“, wonach Vorstandchef Bernd Pischetsrieder eine Gewinnwarnung aussprechen werde. Das Vorjahresergebnis von 2,5  Mrd.Euro vor Sondereinflüssen sei nicht mehr zu erreichen, schreibt das Nachrichtenmagazin in seiner neuesten Ausgabe.

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