Angeblich sechs Bieter im Rennen
Bayer bietet Milliarden für Boots

Angaben aus Branchenkreisen zufolge bietet der Leverkusener Pharma-Konzern Bayer umgerechnet bis zu 2,1 Milliarden Euro für die Healthcare-Sparte der britischen Drogeriekette Boots.

HB FRANKFURT. Insgesamt hätten sechs Bieter endgültige Offerten für das Geschäft mit verschreibungsfreien Arzneimitteln der Briten eingereicht, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von einer Person aus dem Branchenumfeld in der Nacht zum Freitag. Das endgültige Bayer-Gebot für die Sparte liege zwischen 1,40 Mrd. bis 1,45 Mrd. Pfund.

Zu den weiteren Bietern gehörten Europas größter Pharmakonzern GlaxoSmithKline sowie der ebenfalls britische Konsumgüterhersteller Reckitt Benckiser. Die drei anderen noch im Rennen liegenden Interessenten seien der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer sowie der ebenso in den USA ansässige Wettbewerber Johnson & Johnson und der Schweizer Arzneimittelhersteller Novartis.

Zu der Boots-Sparte Healthcare International (BHI) gehören Marken wie die Hautreinigungsserie Clearasil oder das Schmerzmittel Nurofen. Boots hatte im April Pläne zum Verkauf von BHI bekannt gegeben. Die Interessenten hatten nach früheren Angaben aus Kreisen bis zum 29. September Zeit, Gebote in der Schlussrunde einzureichen. Boots werde dann die Offerten prüfen und entweder eine kleinere Endauswahl zusammenstellen oder exklusive Gespräche mit einem der Bieter starten, hatte es in den Kreisen gehießen.

GlaxoSmithKline galt zuletzt als aussichtsreichster Kandidat für den Zuschlag neben Reckitt Benckiser. Aber die Konkurrenz durch die anderen Bieter ist groß. Bayer will erklärtermaßen sein Geschäft mit verschreibungsfreien Medikamenten - so genannten Over-the-Counter- oder OTC-Präparaten - weiter ausbauen. "Natürlich nur, wenn es sich zu wirtschaftlichen Bedingungen realisieren lässt", hatte Bayer-Chef Werner Wenning im August gesagt. Die Leverkusener waren 2004 durch den Kauf des OTC-Geschäfts von Roche zu einem der weltweit führenden Konzerne in dem Bereich aufgestiegen.

Die Investmentbank Goldman Sachs betreut den Verkaufsprozess für Boots. Es gilt als ausgemacht, dass alle Interessenten beträchtliche Synergien durch Hinzufügung der Boots-Sparte zu ihren eigenen OTC-Geschäften erfahren könnten. Boots hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass der Verkaufsprozess planmäßig verlaufe. Details nannte die Drogeriekette aber nicht.

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