Angeblicher Fund von Pestiziden
Indisches Gericht kippt Verbot von Cola-Getränken

Im Streit über den angeblichen Fund von Pestiziden in Cola-Flaschen hat das höchste Gericht im westindischen Bundesstaat Kerala das von der Staatsregierung verhängte Verbot von Erfrischungsgetränken der US-Hersteller Coca-Cola und Pepsico aufgehoben.

HB KOCHI. Coca-Cola kündigte an, den Vertrieb seiner Getränke in der betroffenen Region so schnell wie möglich wieder aufzunehmen. „Wir freuen uns, dass das oberste Gericht von Kerala die illegalen Anweisungen der Regierung von Kerala aufgehoben hat“, teilte der Konzern mit.

Die kommunistische Regierung im südlichen Bundesstaat Kerala hatte im August die Herstellung und den Verkauf von Pepsi- und Coca-Cola-Getränken verboten, weil eine Umweltschutzgruppe darin eigenen Angaben zufolge gefährlich hohe Anteile von Pestiziden festgestellt hatte. Die Getränkehersteller wiesen die Vorwürfe wiederholt zurück.

Sechs weitere Bundesstaaten haben ein teilweises Verkaufsverbot von Produkten der beiden Hersteller in der Nähe von Schulen, Hochschulen und Krankenhäusern erlassen. Die beiden Getränkehersteller hoffen nun, dass die Entscheidung des Gerichts auch die anderen Bundesstaaten dazu bringt, ihre Verbote wieder aufzuheben.

Die Umweltschutzgruppe bekräftigte ihre Vorwürfe an die Getränkehersteller und forderte die Regierung zu weiteren Getränketests auf. „Wir glauben nicht, dass sich mit dieser Gerichtsentscheidung irgendetwas geändert hat“, sagte ein Sprecher der Gruppe. „Die Getränke sind immer noch absolut nicht sicher.“

Der Streit hatte zeitweise Züge eines Kulturkampfes angenommen. Umweltschutzaktivisten protestierten mit Straßenblockaden und Demonstrationen gegen die US-Konzerne und forderten, diese „wie die britischen Kolonialherren“ ganz aus dem Land zu vertreiben. Ihre Getränke beinhalteten keine Nährstoffe, zudem werde das Grundwasser um die Getränkefabriken verseucht, hieß es.

Experten sehen in den Vorwürfen an die US-Konzerne einen Vorwand, um von Indiens eigenen Umweltproblemen abzulenken. Die meisten Agrarprodukte wie Milch, Obst oder Gemüse sind mit Pestiziden verseucht. Viele Landwirte bringen auf ihre Felder bis zu 15 Mal pro Tag Pflanzenschutzmittel aus.

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