Angebot im Streit um RWE Gas nachgebessert
RWE geht auf die Kommunen zu

RWE-Chef Harry Roels strebt im Streit mit den kommunalen Aktionären der Konzerntochter RWE Gas nun doch eine Einigung an. Am Freitag hat ein Treffen mit dem Verhandlungsführer der Kommunen und Vertretern von RWE stattgefunden, bestätigten Sprecher des Essener RWE Konzerns und des LWL, ohne sich zum Inhalt und zu den Teilnehmern zu äußern. Wie das Handelsblatt aus Verhandlungskreisen erfuhr, hat RWE sein ursprüngliche Angebot nachgebessert.

mjh DÜSSELDORF. Zuletzt hatte der Direktor des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) und Verhandlungsführer der Kommunen, Wolfgang Schäfer, mit Roels im Streit über die Neuordnung des RWE Konzerns verhandelt. Dabei geht es um die Integration von RWE Gas in die neue Führungsstruktur.

Wie das Handelsblatt aus Verhandlungskeisen erfuhr, hat RWE sein ursprüngliches Angebot nachgebessert. Verhandlungsführer Schäfer werde diese neue Offerte nun „schnellstmöglich“ den übrigen kommunalen Aktionären von RWE Gas präsentieren, heiß es beim LWL. Von ihrer Reaktion hängt ab, ob RWE die von Roels entworfene und zum 1. Oktober bereits weitgehend wirksame neue Struktur konsequent umsetzen kann. Die Satzung der kommunalen Aktionärsvereinigung von RWE Gas schreibt allerdings die Zustimmung aller 46 Kommunen vor. Die Vertreter der kommunalen Stadtwerke stehen der von Roels geplanten neuen Struktur aber ausgesprochen kritisch gegenüber.

Der Streit um die Neuordnung des RWE-Konzerns hatte sich in den vergangenen Wochen zugespitzt. Die kommunalen Aktionäre von RWE Gas – sie halten rund 20 %, verfügen aber über eine Sperrminorität – hatten dem RWE-Vorstand ultimativ aufgefordert, bis Freitag über einen Kompromissvorschlag zu beschließen, der insgesamt mehrere hundert Millionen Euro über den bisherigen RWE-Angeboten lag.

Der Forderungskatalog umfasst vier wesentliche Punkte. Die Kommunen verlangen einen Anteil von mindestens 25 Prozent plus einer Aktie an der neuen Strom- und Gasvertriebsgesellschaft RWE Westfalen- Weser-Ems. Dazu kommt eine Aufstockung der bis 2027 laufenden Garantiedividende um 20 % auf 48 Mill. Euro pro Jahr. Ferner soll RWE einmalig 100 Mill. Euro in bar zahlen.

Und schließlich verlangen die Kommunen eine Put-Option, die es ihnen erlaubt, Aktien der neuen Vertriebsgesellschaft „auf der Wertbasis von 800 Mio. Euro in einem Zeitfenster nach Beendigung des Ergebnisabführungsvertrags“ in Aktien der RWE-Holding umtauschen zu können. Roels hatte den Wert des Kommunalanteils an RWE Gas im Sommer auf 668 Mill. Euro beziffert. Die Garantiedividende erhöht sich nach der neuen Förderung aufsummiert über 25 Jahre um 200 Mill. Euro auf 1,2 Mrd. Euro. Eine Einmalzahlung hatte RWE bisher nicht angeboten.

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