Angebot von US-Finanzinvestor
Boss-Management will Permira nicht

Klare Botschaft an die Aktionäre: Die Übernahmeofferte des Finanzinvestors Permira an die Minderheitsaktionäre des Modeherstellers Hugo Boss ist nach Einschätzung von Vorstand und Aufsichtsrat unattraktiv. Es sei nur für kurzfristige Anleger angemessen.

HB STUTTGART. Die unter den aktuellen Börsenkursen liegenden Angebotspreise seien nur für kurzfristig investierende Anteilseigner angemessen, teilte das Unternehmen mit. Formal gaben die Gremien den Aktionären am Freitag aber keine Handlungsempfehlung.

Permira hatte signalisiert, dass die Investorengruppe nicht auf die Andienung möglichst vieler Aktien aus ist. Der Finanzinvestor hat sich vertraglich die Mehrheit der Stimmrechte an der italienischen Valentino-Gruppe gesichert, die auch die Mehrheit am Kapital des schwäbischen Modekonzerns hält. Nach kartellrechtlicher Freigabe dieser Transaktionen wird Boss indirekt zu einem Tochterunternehmen von Permira. Dem US-Finanzinvestor gehört unter anderem der Fernsehsender ProSiebenSat.1.

Hugo Boss soll der freiwilligen Übernahmeofferte zufolge an der Börse notiert bleiben, allerdings soll das Management höhere Schulden aufnehmen und mehr Geld an die Aktionäre ausschütten. Zudem will die Gruppe künftig im Aufsichtsrat vertreten sein, um ihre Geschäftsziele durchsetzen zu können. Die Belegschaft soll unverändert bleiben.

Für die stimmberechtigten Stammaktien bietet die Investorengruppe 48,33 Euro je Papier, für die stimmrechtslosen Vorzüge sollen 43,45 Euro gezahlt werden. Am Freitag behaupteten sich die Stämme an der Börse knapp mit 48,96 Euro und die Vorzüge bei 45,15 Euro. Die Angebotsfrist für die Aktien endet zunächst am 20. August und läuft nach Veröffentlichung der Annahmequote weitere zwei Wochen.

Bei der gesetzlich vorgeschriebenen Stellungnahme zu dem freiwilligen Übernahmeangebot durch Vorstand und Aufsichtsrat ließen sich die Gremien von Investmentbanken beraten. Der Betriebsrat schloss sich den Einschätzungen der beiden Gremien an.

Das Management zeigte sich offen für die von Permira geplante Beteiligung der Führungskräfte am Unternehmen, die bei Übernahmen durch Finanzinvestoren zum Regelfall gehört. Die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat wollen Permira ihre selbst gehaltenen Boss-Aktien nicht andienen.

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