Angebot wurde kräftig aufgestockt
Sanofi gewinnt Milliardenpoker um Aventis

Aventis hat das verbesserte Übernahmeangebot seines deutlich kleineren Rivalen Sanofi angenommen. Auch die EU-Kommission hat einer Übernahme zugestimmt - allerdings unter Auflagen. Zusammen steigen beide zum drittgrößten Pharma-Unternehmen der Welt auf.

HB PARIS/FRANKFURT. Mit einem Volumen von nunmehr rund 51 Mrd. € wäre dies einer der größten Firmenzusammenschlüsse aller Zeiten. Die Einigung bedeutet zugleich das Ende eines dreimonatigen zähen Übernahmekampfes. „Eine Menge Energie und Anstrengung wurde von beiden Unternehmen in den vergangenen Monaten darauf verwendet, einander zu bekämpfen“, sagte Aventis-Chef Igor Landau am Montag auf einer Pressekonferenz. Nun gehe es darum, mit genau derselben Energie ein neues Unternehmen aufzubauen.

Aventis-Vorstand und -Aufsichtsrat empfahlen den Aktionären, das um mehr als zehn Prozent aufgestockte Sanofi-Angebot anzunehmen. In den Übernahmekampf hatte zuletzt auch noch der Schweizer Wettbewerber Novartis mitgemischt. Die EU-Kommission billigte am Abend die Übernahme unter einigen wettbewerbsrechtlichen Auflagen.

Die Bundesregierung sieht nach Worten ihres Sprechers Bela Anda durch den Zusammenschluss den Standort Frankfurt gestärkt. Der Betriebsrat von Aventis-Pharma in Deutschland befürchtet dagegen Verlagerungen von Arbeitsplätzen nach Frankreich. Für Dienstag ist eine Demonstration von Aventis-Beschäftigten in Frankfurt geplant. In Deutschland arbeiten für Aventis etwa 9000 Menschen, davon die meisten im Rhein-Main-Gebiet. Das Management der erst 1999 aus der Fusion der französischen Rhone-Poulenc und dem Frankfurter Hoechst-Konzern entstandenen Aventis hatte das ursprüngliche, feindliche Angebot mehrfach als zu niedrig abgelehnt.

An der Pariser Börse wurden Sanofi- und Aventis-Aktien bis zum frühen Nachmittag vom Handel ausgesetzt und starteten dann mit hohen Kursverlusten. Aventis-Papiere verloren mehr als fünf Prozent, Sanofi-Aktien büßten sogar rund sieben Prozent ein. „Die Kursrückgänge sind übertrieben, aber es hat eine Menge Spekulationen bei beiden Aktien gegeben und das kommt nun langsam heraus“, kommentierte Christophe Van Vaeck, Analyst bei der KBC Securities.

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