Angebote für Reifensparte
Finanzinvestoren greifen nach Conti-Gummi

Bei den Überlegungen, seine Reifensparte abzutrennen, trifft der Automobilzulieferer Continental auf alte Bekannte. Drei Finanzinvestoren bereiten Angebote vor. Auch Linde-Chef Reitzle spielt dabei eine Rolle. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Bankenkreisen.

DÜSSELDORF/HANNOVER. Nach Informationen des Handelsblatts aus Bankenkreisen bereiten sowohl die Finanzinvestoren Kohlberg Kravis Roberts (KKR) und Bain Capital als auch Allianz Capital Partners, der Finanzarm der Versicherung, Angebote vor. Die drei Investoren wollten 2006 bereits den kompletten Conti-Konzern kaufen.

Nachdem das Familienunternehmen Schaeffler sich im August 2008 nach wochenlangem Abwehrkampf mit Conti auf eine geordnete Übernahme geeinigt hat, ist nun ein möglicher Verkauf der Gummisparte mit fast 60 000 Mitarbeitern in der Diskussion. Experten schätzen ihren Wert auf sieben bis elf Mrd. Euro. Aktuell dürfte Conti aber kaum auf diese Summe kommen. Keiner der drei Investoren äußerte sich auf Anfrage zu den Plänen. Offiziell gibt es noch keinen Verkaufsprozess.

Conti hat aber bereits die Investmentbank Perella Weinberg beauftragt, alle Optionen zu überprüfen. Ende September spaltete sich der Konzern in einen Automobilzulieferpart und die Gummisparte. Zu ihr gehören die Reifendivisionen und der Gummispezialist Conti-Tech.

Auf der Arbeitnehmerseite des Aufsichtsrats ist die Verunsicherung groß. Dazu trägt nicht nur das Interesse der Finanzinvestoren an der Gummisparte bei. Argwöhnisch beäugt wird auch, dass Schaeffler Schwierigkeiten bekommt, die Übernahme des Gesamtkonzerns zu stemmen. Conti-Chef Karl-Thomas Neumann will heute die 20 Kontrolleure telefonisch über die Lage informieren. Am Dienstag wollen sich die Arbeitnehmer intern beraten.

Fest steht, dass Conti seinen Schuldenstand von mehr als zehn Milliarden Euro dringend senken will. Wie das gehen könnte, wissen die drei Finanzinvestoren besser als andere. Das Übernahmeangebot von Bain Capital etwa war 2006 schon komplett, inklusive Finanzierung. Der damalige Conti-Chef Manfred Wennemer wehrte die Attacke aber erfolgreich ab. Ein Band zwischen Vorstand und Investor blieb bestehen. Als sich Wennemer vor zwei Monaten gegen die Schaeffler-Übernahme wandte, suchte er Hilfe ausgerechnet bei Bain Capital und KKR.

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