Angebote vieler Hersteller
Im Stadtverkehr erobert der Elektroantrieb die Nutzfahrzeuge

Nutzfahrzeuge mit Elektroantrieb sind noch Exoten. Nun geht Renault in die Offensive: Auf der heute beginnenden IAA in Hannover zeigt der französische Autobauer einen Elektrolieferwagen zum Kampfpreis. Doch auch die Konkurrenz hat den Markt für Kleinlaster mit Batterie entdeckt.
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HANNOVER. Der französische Autobauer Renault versucht es mit einer Offensivstrategie. Er präsentiert auf der Messe den Kangoo Rapid Z.E. Beim Preis des Lieferwagens setzt der Konzern ein Ausrufezeichen: 20 000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Wenn er Mitte 2011 mit einer Reichweite von 160 Kilometern auf den Markt kommt, kostet er in Frankreich dank einer staatlichen 5000-Euro-Subvention kaum mehr als die Version mit Verbrennungsmotor. "Der Renault Kangoo Z.E. soll für jeden erschwinglich sein", sagt Jean-Christophe Kugler, Senior Vice-President der Transportersparte.

Hinzu kommt allerdings eine monatliche Leasingrate von 72 Euro plus Mehrwertsteuer für die Batterie, denn Renault trennt sie erstmals vom Fahrzeugbesitz. Als Vorteile für den Kunden führt das Unternehmen an, damit liege das Risiko bei Renault, auch verringere das Modell den Wertverlust bei Gebrauchtwagen.

Die Franzosen, die bis im Jahr 2020 einen zehnprozentigen Anteil von Elektrofahrzeugen an ihren Gesamtverkäufen anstreben, erwarten, dass sich der Elektroantrieb bei Lieferwagen und Kleintransportern als erstes durchsetzen könnte. "Wir brauchen bei Nutzfahrzeugen keine so ausgeklügelte Infrastruktur wie bei Pkw, weil die meisten Kunden den Wagen bei sich im Unternehmen aufladen können", sagt Kugler. Sein Ziel ist es, schnell auf große Stückzahlen und so mit Hilfe von Skalenerträgen auf sinkende Stückkosten zu kommen. Der Konzern prüft, ob er künftig auch große Transporter mit Batterieantrieb anbietet.

Mercedes ist mit dem Vito E-Cell schon weiter als Renault mit dem Kangoo Rapid Z.E.: Die ersten Exemplare mit einer Reichweite von 130 Kilometern sind bereits ausgeliefert, bis Jahresende sollen es 100 Exemplare werden. Doch Daimler plant nicht in so großen Dimensionen wie sein französischer Partner. In den kommenden beiden Jahren will der Stuttgarter Konzern weitere 2000 batteriegetriebene Vito-Exemplare absetzen, die im Rahmen der normalen Serienfertigung vom Band laufen und wie die Version mit Verbrennungsmotor eine Zuladung von rund 900 Kilogramm ermöglichen.

Volker Mornhinweg, Leiter der Mercedes-Tansportersparte, gibt sich zurückhaltend: "Viele Kunden haben sicher aus Imagegründen Interesse am Elektroantrieb, am Ende muss er aber auch betriebswirtschaftlich sinnvoll sein." So hätten zwar beispielsweise viele Handwerker Interesse gezeigt, doch "die monatliche Leasingrate könnte den ein oder anderen abschrecken". Die Leasingrate liegt trotz Subventionen bei monatlich bis zu 1400 Euro, bei einem herkömmlichen Vito sind es rund 800 Euro. Der Grund für den gewaltigen Unterschied: Die Anschaffungskosten für die Elektrovariante sind laut Mornhinweg drei- bis viermal so hoch.

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