Angebotsfrist endet bald
Schering-Übernahme könnte für Bayer teurer werden

Die Angebotsfrist für die Übernahme von Schering durch Bayer endet in fünf Tagen. Bis dahin wollen die Leverkusener drei Viertel der Anteile an den Berlinern halten. Von dem Ziel sind sie jedoch noch weit entfernt. Im schlimmsten Falle müsste Bayer nochmal nachlegen und den Aktionären deutlich mehr bieten.

HB FRANKFURT. Bis zum Donnerstagnachmittag seien 8,17 Prozent der Aktien eingereicht worden, teilte Bayer in einer Finanzanzeige am Freitag mit. Eine Woche vorher waren es 3,58 Prozent. Die meisten Analysten davon aber aus, dass bis zum Ablauf der Übernahmeofferte am kommenden Mittwoch mehr als drei Viertel des Schering-Kapitals angeboten werden. Der Leverkusener Konzern würde damit sein Mindestziel erreichen.

Erfahrungsgemäß werden die meisten Aktien erst kurz vor Ablauf einer solchen Übernahmeofferte eingereicht. Der Allianz-Konzern, der rund elf Prozent an Schering hält, hatte vor wenigen Wochen bereits angekündigt, seine Aktien zu tauschen. Die Darmstädter Merck-Gruppe, die mit fünf Prozent an Schering beteiligt ist, hat angedeutet, dass man dieses Paket nicht als langfristiges Investment betrachte.

Bayer hatte Mitte April ein Übernahmeangebot für Schering in Höhe von 86 Euro je Aktie vorgelegt und damit die Darmstädter Merck-Gruppe übertrumpft. Erst am Mittwoch hatte die Europäische Kommission grünes Licht für die rund 16,5 Mrd. Euro schwere Übernahme von Schering gegeben. Kartellrechtlich steht dem Zusammenschluss damit nichts mehr im Wege. Die Zustimmung der US-Behörden liegt nach Angaben von Bayer bereits seit dem 21. April vor.

"Die angestrebte Schwelle von 75 Prozent zu erreichen dürfte für Bayer letztlich kein Problem sein", schätzt Norbert Barth von der DZ Bank. Für ein entsprechendes Ergebnis spricht unter anderem auch der Kursverlauf der Schering-Aktie, die seit Wochen bei knapp unter 86 Euro notiert. Die meisten Analysten betrachten den von Bayer gebotenen Preis als großzügig. Immerhin dümpelte die Schering-Aktie bei weniger als 60 Euro bevor Merck Anfang März mit einem feindlichen Übernahmeversuch vorpreschte. "Investoren gehen ein großes Risiko ein, wenn sie darauf wetten, noch mehr herauszuholen", sagt Andreas Theisen von der WestLB. Ein Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO im Auftrag des Schering-Vorstands bewertete den Berliner Konzern lediglich mit rund 80 Euro je Aktie.

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