Angekündigte Strompreiserhöhung kritisiert
Kartellamt rügt Versorger

Das Bundeskartellamt hat mit ungewöhnlich scharfen Worten die angekündigten Preiserhöhungen von Eon und RWE kritisiert.

juf DÜSSELDORF. „Wir sind sehr verärgert und werden das nicht auf sich beruhen lassen“, sagte eine Sprecherin der Behörde am Mittwoch. Die angeführten Begründungen seien nicht nachvollziehbar und „fadenscheinig“. Das Bundeskartellamt prüfe die Ankündigungen und werde möglicherweise gegen die Preiserhöhungen vorgehen.

Eon hatte am Montag angekündigt, die Strompreise zum Jahreswechsel um bis zu zehn Prozent anzuheben – und war dabei auf Kritik von Politikern und Verbraucherschützern gestoßen. Zuvor hatte schon RWE Preiserhöhungen bei seinen zwei größten Regionalversorgern von im Schnitt 6,6 Prozent angekündigt. Beide Konzerne führen sowohl höhere Beschaffungskosten als auch Belastungen aus der Förderung von Solar- und Windenergie an.

Für die höheren Beschaffungspreise seien die Konzerne zu einem großen Teil selbst verantwortlich, da sie die Großhandelspreise maßgeblich bestimmten, hielt die Sprecherin des Kartellamts entgegen. Auch die Bundesregierung bezeichnete die geplanten Strompreiserhöhungen gestern als „nicht nachvollziehbar“.

Eon wies die Äußerungen der Kartellamtssprecherin zurück: „Der Ton ist völlig unangebracht und hat nichts mit einer kartellrechtlichen Betrachtung zu tun.“ Die Äußerungen seien zudem inhaltlich fragwürdig. Die Großhandelspreise würden nicht von Konzernen bestimmt, sondern bildeten sich an der Leipziger Strombörse unter rund 180 Marktteilnehmern in einem europäischen Rahmen.

RWE erklärte, der Konzern kalkuliere seine Preise „fair und nachvollziehbar“. Allein 50 Prozent der Anhebung entfielen auf die gestiegenen Kosten für die Einspeisung erneuerbarer Energien. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hatte am Vortag erklärt, die Belastungen durch erneuerbare Energien seien gering.

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