Angeschlagener Modekonzern
Escada ringt um Befreiungsschlag

Die Rettung des angeschlagenen Luxusmodekonzerns Escada rückt näher. Für die verlustreiche Tochter Primera gibt es Interessenten. "Ich bin zuversichtlich, dass wir Primera in den kommenden Wochen verkaufen können", versicherte Vorstandschef Bruno Sälzer im Gespräch mit dem Handelsblatt .

HB MÜNCHEN. Der Manager räumte allerdings ein, dass "wir einen viel niedrigeren Preis erzielen werden, als wir es uns je vorgestellt haben". Doch die Tochtergesellschaft mit den Marken Apriori, Laurèl, Biba und Cavita, die im mittleren Preissegment angesiedelt seien, passe schlichtweg nicht zur Luxusmarke Escada. Namen von Interessenten nannte er nicht.

Bereits Sälzers Vorgänger an der Vorstandsspitze hatten versucht, einen Käufer zu finden, jedoch ohne Erfolg. Im abgelaufenen Geschäftsjahr fuhr Primera bei einem Umsatz von 211 Mio. Euro einen operativen Verlust von 15,2 Mio. Euro ein. Vor drei Wochen hatte Aufsichtsratschef Reinhard Pöllath auf der Hauptversammlung gewarnt, Primera lasse sich womöglich nur in Teilen abstoßen.

Der Verkauf ist Teil eines Sanierungspakets, um die Insolvenz von Escada abzuwenden. Sälzer hatte in den vergangenen Wochen mehrfach betont, dass die Liquidität des Damenmodekonzerns nur noch bis Ende Juli reiche. Escada spürt wie andere Konzerne der Luxusbranche die Wirtschaftskrise. Außerdem traf der Konzern aus München mit den letzten Kollektionen immer weniger den Geschmack seiner Kundinnen. Das vergangene Geschäftsjahr (31.10.) endete mit einem Verlust von 70 Mio. Euro, der Konzernumsatz schrumpfte um 15 Prozent auf 582 Mio. Euro.

Nun muss Sälzer schnell eine Kapitalerhöhung durchziehen, sich mit den Banken über neue Kredite und mit den Gläubigern über die Kürzung einer großen Unternehmensanleihe einigen. Der dickste Brocken ist für Sälzer die Anleihe. "Nur wenn unsere Gläubiger auf einen Teil der 200 Mio. Euro verzichten, die 2012 fällig werden, können wir überleben", machte Sälzer klar und kündigte an: "In rund drei Wochen wollen wir den Gläubigern unser Angebot vorlegen."

Er geht davon aus, dass er die institutionellen Anleger überzeugen kann, weil sie den Wert der Anleihe bereits abgeschrieben hätten. "Die privaten Anleger sind vermutlich der Unsicherheitsfaktor. Um sie zu erreichen, müssen wir mächtig trommeln." Weniger Sorgen macht er sich um die notwendige Kapitalerhöhung. "Die Familie Herz hat bereits zugestimmt, bis zu 20 Mio. Euro zu übernehmen, falls alle anderen Beteiligten auch ihren Beitrag leisten." Die fehlenden zehn Mio. Euro hält er für "ein geringeres Problem". Die Tchibo-Eigner Wolfgang und Michael Herz haben sich im vergangenen Jahr gemeinsam mit knapp 25 Prozent beteiligt.

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