Angriff auf Enel im Gespräch
Eon gibt Endesa noch nicht verloren

Der Übernahmekampf um den spanischen Versorger Endesa geht weiter: Medienberichten zufolge denkt Eon bereits darüber nach, „als Druckmittel“ bis zu 25 Prozent von Enel über die Börse zu erwerben. Ein Sprecher des Unternehmens wollte die Informationen jedoch nicht kommentieren.

HB MAILAND/MADRID. Der italienische Energiekonzern Enel strebt mit dem Einstieg beim spanischen Versorger Endesa eine langfristige Allianz an. Der überraschende Kauf von 24,9 Prozent der Aktien sei „strategisch“, erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen.

Enel hatte in der vergangene Woche angekündigt, knapp ein Viertel der Endesa-Aktien erwerben zu wollen. Mit ihrem Vorstoß könnten die Italiener gemeinsam mit dem Baukonzern Acciona, der 21 Prozent hält, und anderen Aktionären das 41 Mrd. Euro schwere Übernahmeangebot des deutschen Konkurrenten Eon blockieren. Am Freitag hatte Enel sich bereits 22 Prozent gesichert. Zehn Prozent hält Enel direkt, die restlichen Aktien sind bei Finanzinstituten geparkt, bis die Behörden grünes Licht für die Aufstockung auf 24,9 geben.

Die Allianz aus Enel und Endesa – die jeweiligen Marktführer in Italien und Spanien – soll nach Vorstellung der Italiener langfristig orientiert sein und Synergien vor allem in Spanien, Frankreich und Italien nutzen. Enel hat in Spanien 2001 das bei erneuerbaren Energien tätige Unternehmen Viesgo übernommen – die dortige Nummer sechs.

Endesa wiederum hat in Italien Kraftwerke gekauft und kommt auf einen Marktanteil von zehn Prozent. In Frankreich kontrolliert Endesa 65 Prozent des größten privaten Versorgers, Snet. Enel gehört in Frankreich nur eine kleine Trading-Gesellschaft.

Für transnationale Komplett-Übernahmen im Energiemarkt sei es noch zu früh, heißt es in Rom. Auch die deutsche Regierung würde, so glaubt man bei Enel, keine Übernahme von RWE oder Eon durch Ausländer akzeptieren. Enel will bei Endesa unter der 25-Prozent-Hürde bleiben, ab der ein Übernahmeangebot für die restlichen Aktien obligatorisch wäre.

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