Angriff auf Toyota im Visier
Porsche drängt auf Macht bei VW

Im Kampf um die Vorherrschaft im Volkswagen-Konzern geht der Großaktionär Porsche in die Offensive. Bei einem Anteil von 27,4 Prozent müsse Porsche „mindestens drei“ statt bisher zwei Sitze im Aufsichtsrat erhalten, sagte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking am Mittwoch bei der Vorlage der Porsche-Bilanz. Porsche hatte im November angekündigt, die Beteiligung sogar auf 29,9 Prozent aufzustocken.

STUTTGART/FRANKFURT. Damit kündigt Wiedeking den im Frühjahr mühsam gefundenen Kompromiss mit Christian Wulff, dem Ministerpräsidenten des zweiten Großaktionärs Niedersachsen. Danach sollte sich Porsche mit zwei Sitzen für Wiedeking und Porsche-Finanzchef Holger Härter begnügen und Porsche-Eigentümer Ferdinand Piëch den Aufsichtsratsvorsitz bei der kommenden Hauptversammlung abgeben. „Wenn wir 29,9 Prozent der Aktien halten, ändert sich die Situation“, sagte Wiedeking.

Ein Sprecher der niedersächsischen Landesregierung wollte den Porsche-Vorstoß am Mittwoch nicht kommentieren. Wulff hatte bislang auf ein Ausscheiden von Piëch wegen möglicher Interessenkonflikte gedrängt und gilt als dessen erbitterter Gegenspieler.

Porsche will den Einfluss auf Volkswagen Zug um Zug ausbauen und den Konzern langfristig als Konkurrent von Toyota um die Führung im Weltautomarkt aufbauen. „Porsche ist mit dem Einstieg bei VW ein anderes Unternehmen geworden. Wir sind aus unserer warmen Kuschelecke herausgekrochen und stellen uns jetzt bewusst den Spielregeln einer anderen Liga“, verkündete Wiedeking gestern selbstbewusst.

Der Porsche-Chef verglich die Porsche-Strategie beim VW-Einstieg mit der streng mathematischen Logik des Schachspiels. „Wir haben das Spiel eröffnet, andere Mitspieler halten dagegen oder ziehen mit, und jetzt werden alle nervös, die unsere vorgedachten Züge nicht kennen“, sagte Wiedeking.

Im Stile eines VW-Chefs formulierte er die langfristige Strategie für den Wolfsburger Konzern. „Nur VW hat das Potenzial, Toyota die Stirn zu bieten“, sagte er. Die Konkurrenten GM, Ford und Daimler-Chrysler erwähnte er mit keiner Silbe. Das bedeute für VW knochenharte Arbeit und den Willen, sich den Marktbedingungen zu stellen. Dieses Ziel sei nicht vermessen. Vor 14 Jahren hätte auch niemand geglaubt, was bei Porsche bis heute alles möglich wurde. So viel Zeit müsse man auch VW geben.

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