Angriff auf Weltmarktführer Diageo
Pernod greift offenbar nach Spirituosen-Schwergewicht

Der britische Spirituosenkonzern Allied Domecq und der französische Konkurrent Pernod Ricard sprechen offenbar über eine mögliche Übernahme durch Pernod Ricard. Das teilte Allied Domecq jetzt mit, nachdem es in den vergangenen Monaten bereits entsprechende Medienberichte gegeben hatte.

HB LONDON. „Die Gespräche mit Allied Domecq befinden sich in einem frühen Stadium“ teilten die Franzosen am Dienstag mit. Es stehe nicht fest, ob sie dem weltweit zweitgrößten Spirituosen-Hersteller tatsächlich ein Angebot machen würden. In mit der Situation vertrauten Kreisen hieß es allerdings, es sei nur noch eine Frage von Wochen, bis es zu einem Abschluss kommen werde. Analysten zufolge könnte das Gebot für die Briten, die unter anderem Ballantine's Whisky in ihrem Sortiment haben, bei bis zu umgerechnet 10,5 Milliarden Euro oder 650 Pence je Aktie liegen. Allied-Papiere zogen bis zum Nachmittag um rund 18 Prozent auf 632,50 Pence an. Pernod-Titel gaben leicht um knapp ein Prozent nach.

Pernod, weltweit die Nummer drei in der Spirituosenbranche, arbeitet den Angaben zufolge gemeinsam mit dem Mischkonzern Fortune Brands an einem Übernahmeangebot. Das US-Unternehmen hat unter anderem Jim Beam im Portfolio und sucht seit längerem nach einem Standbein in Europa. Sollte es zu einer Übernahme kommen, wird Pernod den Kreisen zufolge Allied voraussichtlich zerschlagen und Lücken in seinem eigenen Produktangebot schließen. Fortune werde sich in erster Linie einige Marken aus dem Allied-Portfolio sichern wollen.

Am Markt wurde bereits seit längerem über ein Zusammengehen der beiden Firmen spekuliert. So hieß es bereits vor gut zwei Monaten in mehreren Zeitungen, Pernod halte nach Akquisitionen Ausschau und habe dabei insbesondere auf Allied Domecq ein Auge geworfen. Marktexperten hielten eine Fusion auch deshalb für sinnvoll, weil Pernod und Allied dann zum Branchenprimus Diageo aufschließen könnten.

Allerdings besteht Analysten zufolge die Gefahr, dass bei einem solchen Zusammenschluss der Giganten Wettbewerbsbehörden einschreiten könnten. Die beiden Unternehmen haben nicht nur ähnliche Produkte im Angebot - zu Pernod gehört unter anderem Chivas Regal und Jameson Whisky - sondern sind auch in denselben Regionen präsent.

Bereits 1999 stand Pernod kurz davor, ein Angebot für Allied abzugeben. Analysten hatten zuletzt allerdings auch Zweifel angemeldet, ob Pernod überhaupt in der Lage sei, eine Übernahme finanziell zu stemmen. Doch zuletzt bauten die Franzosen rapide ihre Schulden ab. Zudem erwarben sie in der Vergangenheit in Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen bereits einige Firmen.

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