Angriff in Europa
Peugeot und Citroën nehmen Volkswagen in die Zange

Der Vorstand der französischen PSA-Gruppe Jean-Marc Gales holt in der Heimat Volkswagens auf. Doch in China liegen die Franzosen noch weit abgeschlagen hinter dem deutschen Branchenprimus. Dem Konzern fehlen dort die verlässlichen Partner, um die Marktstellung weiter auszubauen.
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HAMBURG. Die französische PSA-Gruppe, mit den Traditionsmarken Peugeot und Citroën härtester Verfolger von Volkswagen in Europa, vollzieht einen radikalen Wandel. Ziel ist es, im weltweit immer härter ausgetragenen Wettbewerb der Autoindustrie Boden gut zu machen. "PSA hat keine Zeit zu verlieren. Wir müssen unbedingt wachsen", sagte PSA-Vorstand Jean-Marc Gales, der die Marken Peugeot und Citroën führt, dem Handelsblatt.

Aus Sicht des Managers machen vor allem zwei Probleme dem Konzern zu schaffen. Gales: "Wir gewinnen zu wenige Kunden und halten die vorhandenen Kunden nicht in ausreichender Zahl." Dabei sei es sieben Mal teurer, einen Neukunden zu gewinnen. "PSA muss deshalb in Qualität investieren." Die Franzosen wollen den Abstand zu Marktführer VW verringern. In den ersten neuen Monaten holten sie in Westeuropa bereits auf. So hielt der VW-Konzern seinen Marktanteil mit 20,9 Prozent nahezu konstant. Die PSA jedoch steigerte ihren Anteil gegenüber dem Vorjahr von 13,1 auf 13,8 Prozent. Renault kam auf 9,9 Prozent.

Gales, viele Jahre in führenden Positionen bei den deutschen Herstellern BMW, Volkswagen, Opel und Mercedes, trat im April 2009 in Paris an, um die Probleme von Peugeot und Citroën zu lösen. Konzernchef Philippe Varin hatte Peugeot-Chef Jean-Philippe Collin gefeuert.

Erste Erfolge des Kurswechsels seien sichtbar, sagt Gales. Sein dreijähriges Performance-Programm greife: "Die Einkaufspreise gehen runter, die Zahl der Produktionsstunden pro Fahrzeug sinkt, wir steigern den Marktanteil und können höhere Preise durchsetzen."

Im Wettbewerb mit Rivale VW konnte sich PSA bereits heranrobben. "Der Preisabstand zu Volkswagen ist seit Jahresbeginn um drei Prozentpunkte gesunken. VW verlangt je nach Modell acht bis zehn Prozent mehr als wir", sagt Gales.

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