Angriff von zwei Seiten: China setzt VW unter Druck

Angriff von zwei Seiten
China setzt VW unter Druck

In China braut sich etwas gegen VW zusammen: Eine mächtige Behörde und das Staatsfernsehen greifen den Autohersteller an. Offenbar geht es darum, den Deutschen die Machtverhältnisse deutlich zu machen.
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PekingChina setzt VW unter Druck: Die wichtige Behörde für Produktqualität (AQSIQ) hat den deutschen Autohersteller aufgefordert, Fahrzeuge mit Direktschaltgetriebe zurückzurufen. Defekte an dem Getriebe könnten zu Motorpannen führen und damit ein Sicherheitsrisiko darstellen, erklärte die AQSIQ am Samstag. Sollte VW seinen „rechtlichen Verpflichtungen“ nicht nachkommen, werde die Behörde die Rückrufaktion für die betroffenen Fahrzeuge anordnen.

Laut einem Bericht des chinesischen Fernsehsenders CCTV vom Freitag sind mehr als 500.000 Fahrzeuge betroffen. Ein VW-Sprecher sagte in dem Fernsehbericht laut der Nachrichtenagentur Dow Jones zu, sein Unternehmen werde „keine Mühen scheuen, um in Zukunft Verbesserungen vorzunehmen“. VW war am Samstag in China nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Ereignisse weisen darauf hin, dass sich in China etwas gegen VW zusammenbraut. Ein staatlicher Fernsehsender wie CCTV und die Qualitätssicherungsbehörde greifen ein ausländisches Unternehmen wie Volkswagen nicht ohne politische Rückendeckung an. Beobachtern zufolge weist der heftige Angriff von zwei Seiten darauf hin, dass VW sich für den Geschmack der Mächtigen zu weit vorgewagt hat.

Mit einem Anteil von 14 Prozent im vergangenen Jahr dominiert VW den Markt. Erst am Donnerstag hatte VW-Chef Martin Winterkorn die Eröffnung von mindestens sechs weiteren Fabriken angekündigt. Die aufstrebende Wirtschaftsmacht würde es jedoch lieber sehen, wenn die Anteile gleicher verteilt wären – und vor allem: wenn die einheimischen Anbieter einen größeren Teil des Kuchens abbekämen. Das mischt sich mit einer subjektiven Wahrnehmung von Arroganz des Weltkonzerns, die chinesische Medien und Kunden zuletzt immer wieder beklagt haben.

Politische Rückendeckung ist gleichwohl in einer Staatswirtschaft wie China die wichtigste Grundvoraussetzung für Geschäftserfolg. Der Staat hat zahlreiche Möglichen, den Absatz zu fördern oder zu bremsen. Er kann beispielsweise Genehmigungen schneller oder langsamer erteilen. Die Autobranche leidet auch 35 Jahre nach der Öffnung des Landes noch unter der Pflicht, in Gemeinschaftsunternehmen mit chinesischen Herstellern zu produzieren und dabei ihre Geschäftsgeheimnisse zu offenbaren.

Aktionen wie der plötzliche Angriff durch CCTV und AQSIQ könnten dazu dienen, die Machtverhältnisse noch einmal klar zu zeigen. Volkswagen bleibt in so einer Lage  nichts anderes übrig, als Demut und Kundennähe zu beweisen – daher die blitzartige Ankündigung des Rückrufs, obwohl das Problem nach früheren Konzernangaben schon weitgehend bereinigt ist und mehr in der Wahrnehmung der Kunden weiterlebt.

Finn-Robert Mayer-Kuckuk
Finn Mayer-Kuckuk
Handelsblatt / Korrespondent Peking
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Angriff von zwei Seiten: China setzt VW unter Druck"

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  • Hallo,
    es ist doch nicht das erste mal das die Chinesen sich erfolgreiche Firmen ins Land holen, ein günstiges Klima für Investitionen schaffen. Dabei werden die Firmen tatkräftig unterstützt. Nachdem man dann jahrelang erfolgreich zusammen gearbeitet hat und genau weiß wie alles funktioniert, ist Stress angesagt. Firmen werden von staatlicher Seite drangsaliert und einige haben schon ihre Segel in China gestrichen. Allerdings ist das für die Chinesen ja auch kein Problem mehr, da Sie die Produkte ja ausführlich studieren konnten und jetzt in Eigenregie produzieren. Somit hat der chinesische Staat es dann auch geschafft, durch die Hintertür natürlich, den einheimischen Anbieter zu stärken. Bin doch mal gespannt was da noch alles auf uns zukommt.

  • Die kopieren zuerst und danach optimieren sie es. Das Kopieren dient lediglich dazu den Fuß zu fassen. Alles andere bringen sie sich selber bei. Also Reverse Engineering.

  • @ TSK / LEXUS

    Ja, es ist schon bewundernswert, wie die Deutschen aus Dreck und Schrott Geld machen.

    Das muss eine überlegene Rasse sein :D

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