Angst vor Abschwung nach Rekordjahr
Daimlers Lkw-Sparte rüstet sich für schwere Zeiten

Nie war die Nutzfahrzeugsparte für Daimler-Chrysler wertvoller als 2005. Lastwagen, Kleintransporter und Busse lieferten den Großteil des Gewinns. Doch es gibt Sorgen vor einer Abschwächung der Nachfrage. Deshalb will der neue Nutzfahrzeugchef die Sparte eng am Zügel führen. Auf die japanische Tochter Fuso hat er ein besonders wachsames Auge.

HB STUTTGART. „Wir gehen von relativ stabilen Absatzmärkten aus“, sagte Nutzfahrzeug-Vorstand Andreas Renschler am Montag in Stuttgart. Auch die Stammbelegschaft werde sich nicht wesentlich verändern, betonte der Nutzfahrzeugchef in Anspielung auf die neueste Entlassungswelle im Konzern, die die Verwaltung getroffen hatte. Wenn die Nachfrage nach Lkw abflaue, könne Daimler-Chrysler darauf allerdings mit dem Abbau befristeter Stellen reagieren. Diese können nach einer Vereinbarung mit der Gewerkschaft bis zu 15 Prozent der Belegschaft ausmachen.

Der weltgrößte Nutzfahrzeugbauer beschäftigt 117 000 Mitarbeiter, die Hälfte davon in Deutschland. Er steuerte 2005 mit 2,1 Mrd. Euro den Löwenanteil zum operativen Gewinn des Daimler-Chrysler-Konzerns von 5,2 Mrd. Euro bei.

Renschler wollte weder eine Absatz-, noch eine Gewinnprognose für die Nutzfahrzeugsparte abgeben. Der Truck-Markt sei im Vergleich zum Pkw-Markt wesentlich zyklischer, betonte er. „Wir bereiten uns auf zum Teil sehr schwer absehbare Situationen in der Zukunft vor“, umriss er die Anforderungen an die Sparte. Nach einigen sehr guten Jahren rechnen viele Branchenexperten spätestens 2007 damit, dass der Verkauf bei den europäischen Nutzfahrzeugherstellern zurückgehen wird.

Um sich den Auswirkungen einer Konjunkturabschwächung so gut wie möglich zu entziehen, plant Daimler-Chrysler Kostenreduktionen etwa durch gleiche Achsen, den Weltmotor für schwere Lkw ab 2007 und auch gemeinsame Chassis. „Aber einen Welt-Lkw wird es nicht geben, dafür sind die Anforderungen auf den Hauptmärkten zu unterschiedlich“, betonte Renschler. Auf der Beschäftigungsseite wolle man mit Arbeitszeitkonten, befristeten Mitarbeitern und Leiharbeitern reagieren.

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