Angst vor Arbeitsplatzverlusten

Porsche fürchtet keinen massiven Stellenabbau durch E-Mobilität

Die E-Mobilität wird laut Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück nicht zu massenhaftem Stellenabbau in der Autoindustrie führen. In der Vergangenheit hätten sich solche Horrorszenarien bei neuen Technologien auch nie erfüllt.
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Beim Konzern glaubt man nicht an größere Arbeitsplatzverluste im Zuge der Elektrostrategie. Quelle: Reuters
Porsche

Beim Konzern glaubt man nicht an größere Arbeitsplatzverluste im Zuge der Elektrostrategie.

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StuttgartPorsche-Betriebsratschef Uwe Hück rechnet im Zuge der Elektromobilität nicht mit einem massiven Stellenabbau in der Autoindustrie. Auch in den 1990er Jahren sei das Horrorszenario der menschenleeren Fabrik nach dem Einzug der Roboter nicht eingetreten, sagte Hück dem Branchenblatt „Automobilwoche“. „Es hat sich gezeigt, dass wir die Technologie gebraucht haben und trotzdem enorm viele Jobs schaffen konnten. So wird es auch bei der E-Mobilität sein.“

Nach Einschätzung der IG Metall werden Elektromobilität und Digitalisierung zumindest zu drastischen Umwälzungen für die Beschäftigten führen. Firmen wie VW, Daimler und Bosch ringen bereits mit diesem Wandel. „Jede Menge Beschäftigte müssen umqualifiziert werden“, erklärte jüngst Daimler-Betriebsratschef Michael Brecht.

Wie sich die Autoriesen elektrisieren
Unter Strom
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Die Zukunft fährt elektrisch. In einer Studie hat das Center of Automotive Management (CAM) der FH Bergisch-Gladbach die elektrischen Strategien untersucht. Insbesondere die deutschen Hersteller müssen nun die Aufholjagd starten, sagen die Wissenschaftler. Was die Konzerne planen – und wie viel elektrische Autos sie in Deutschland verkaufen.

GM (Opel) – Die Rückkehr des Ampera
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Noch im Jahr 2012 wurde der Ampera zu Europas Auto des Jahres gekürt. Wirklich erfolgreich wurde der Plug-in-Hybrid aber nie. Im ersten Halbjahr 2016 verkaufte Opel kein einziges elektrisches oder halbelektrisches Auto. Das soll sich bald ändern. In Paris zeigen die Rüsselsheimer den Ampera-E: ein reines Elektroauto mit 400 Kilometern Reichweite, das mit dem Vorgänger nur den Namen gemein hat.

Ford – Noch einmal mit Gefühl
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Nur zwei Mal wurde der Ford Focus Electric im ersten Halbjahr in Deutschland verkauft. Ford hat bei der Elektromobilität bislang wenig zu bieten. Darum sollen nun 4,5 Milliarden Dollar in die Entwicklung der Elektromobilität investiert werden. Bis 2020 sollen 40 Prozent aller Ford-Modelle elektrifiziert werden.

Toyota – der skeptische Weltmarktriese
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Obwohl die Japaner massiv auf den Hybrid setzen, geht die Elektrifizierung bei Toyota noch nicht sonderlich weit. Gerade einmal 22 Exemplare des Prius Plug-in-Hybrid wurden im ersten Halbjahr in Deutschland verkauft. Und ein reines Elektroauto hat Toyota derzeit nicht mal im Angebot.

PSA (Peugeot und Citroen) – Franzosen mit Nachholbedarf
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Die Schwestermodelle Peugeot iOn und Citroen C-Zero kommen langsam in die Jahre. Mickrige 79 Exemplare wurden im ersten Halbjahr in Deutschland zugelassen. Gemeinsam mit Dongfeng haben die Franzosen darum eine Elektro-Plattform entwickelt, auf der bis 2021 sieben reine Elektroautos entstehen sollen. Insgesamt will PSA bis dahin elf elektrische Modelle anbieten.

Hyundai-Kia – Elektrooffensive aus Korea
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Die koreanischen Schwesterkonzerne wollen bei der elektrischen Mobilität vornewegfahren. Die 302 verkauften Elektroautos im ersten Halbjahr gehen vor allem auf das Konto des Kia Soul EV. Mit dem neuen Ioniq will Hyundai als erster Hersteller ein Modell anbieten, das als Hybrid, Plug-in-Hybrid und als reines Elektroauto erhältlich sein soll.

Geely (Volvo) – Schwedischer Herzschlag
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Wer große SUV wie den Volvo XC90 baut, der braucht elektrische Hilfe – schon alleine um die strengen Abgaswerte einzuhalten. Rund 468 Plug-in-Hybride haben die Schweden mit der chinesischen Mutter im ersten Halbjahr in Deutschland verkauft. 2019 soll das erste Elektroauto mit einer Reichweite von 500 Kilometern vorgestellt werden.

Der Sport- und Geländewagenbauer Porsche entwickelt derzeit sein erstes reines Elektroauto („Mission E“), das zum Ende des Jahrzehnts auf den Markt kommen soll. Hybridmodelle von Porsche gibt es bereits.

  • dpa
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