Anhaltende Pannenserie vereitelt Exporterfolg
Neue schwere Schlappe für Siemens-Bahn

Nach Pleiten- und Pannenserien bei Schienenfahrzeugen steht die Verkehrstechniksparte der Siemens AG vor einem neuerlichen Desaster. Die schon als international attraktive Innovation gepriesene Hängebahn „Skytrain“ auf dem Düsseldorfer Flughafen muss nach anhaltenden technischen Problemen komplett saniert werden. Im nächsten Jahr wird sie für etwa ein halbes Jahr vollständig still gelegt.

DÜSSELDORF. Die Flughafen Düsseldorf GmbH hatte Ende der 90er Jahre Siemens Transportation den Auftrag zum Bau des vollautomatischen People-Mover-Systems erteilt – für seinerzeit 160 Mill. DM. Seit Sommer 2002 verbindet der Skytrain den ICE-Bahnhof des Airports und ein Parkhaus mit dem zweieinhalb Kilometer entfernten Terminalgebäude. Bereits kurz nach der Premiere fiel das System erstmals aus.

Wegen zahlreicher Mängel und Probleme ist die Anlage bis heute nicht vom Auftraggeber abgenommen. Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin hatte kürzlich bereits über eine „Rückabwicklung“ des Vertrages und den Abbau des Systems nachgedacht. Die Stadt Düsseldorf ist zu 50 Prozent Anteilseigner des Airports.

In einer jetzt geschlossenen Sanierungsvereinbarung wird Siemens Transportation eine Nachbesserung des Systems bis zum Ende des nächsten Jahres eingeräumt, erfuhr das Handelsblatt aus der Politik und aus Industriekreisen. Unternehmenssprecher wollten sich nicht äußern. Sie verwiesen allerdings darauf, dass am Montag in einer Presseerklärung Einzelheiten der Vereinbarung mitgeteilt würden.

Das Bahnsystem steht den Handelsblatt-Informationen zufolge vor umfassenden Erneuerungen, die sowohl den stählernen Fahrweg als auch die an ihm hängenden Kabinen selbst und ihre Fahrwerke betreffen. Hauptursache sind offenbar Qualitätsmängel bei den Stahlträgern des Hängebahn-Fahrwegs. Hier seien schon kurz nach der Inbetriebnahme Fehler an den Schweißnähten festgestellt worden, sagte ein Projektbeteiligter. Defekte Träger seien dann teils in der Strecke, teils unmittelbar unter der Trasse repariert worden. Die langen Stahlbauteile hätten sich dabei zwangsläufig verformt, seien vor dem Wiedereinbau aber nicht gerichtet worden.

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