Mit 65 Dollar je Aktie liegt das Gebot deutlich über dem Kurs der Anheuser-Busch-Aktie – der hatte am Mittwoch, vor der Veröffentlichung der Offerte, bei 58,35 Dollar gelegen. „Wir sind überzeugt, dass keine andere Transaktion, die sie herbeiführen könnten, mehr Wert für Ihre Aktionäre schaffen könnte, als die 65 Dollar in bar, die wir bieten“, schreibt Brito. Besonders erwarte Inbev, dass Anheuser-Busch vor Ausweichmanövern zunächst seine Aktionäre befrage.
Der Investor Warren Buffet, der über seinen Fonds Berkshire Hathaway mit fast fünf Prozent der Aktien zweitgrößter Anteilseigner von Anheuser-Busch ist, will nach Medienberichten noch in dieser Woche mit Firmenchef Busch ein Gespräch führen, um zu erreichen, dass die Familie Verhandlungen mit Inbev aufnimmt. Die Nachkommen der Familie, die das Unternehmen 1852 in St.Louis gründete, besitzen heute noch rund 4,5 Prozent der Anteile an dem Braukonzern. Ihnen kommt aber eine Schlüsselrolle beim Werben um die Zustimmung der zahlreichen Kleinaktionäre zu.
Der Braukonzern mit den Hauptmarken „Budweiser“ und „Bud light“ ist wie Coca-Cola und Pepsico eine Ikone der US-Konsumgüterindustrie. Für den Verbleib von Anheuser-Busch in amerikanischen Händen sprachen sich innerhalb kürzester Zeit mehr als 80 000 Besucher der US-Web-Sites „savebudweiser.com“ und „saveAB.com“ sowie zahlreiche Lokalpolitiker aus.
Unterdessen sind auch die Konkurrenten von Inbev „aufgewacht“. So soll Mitbewerber SAB-Miller jetzt den australischen Braukonzern Foster’s genauer unter die Lupe nehmen. Foster’s-Chef Trevor O’Hoy war in der vergangenen Woche nach Problemen mit dem kürzlich erworbenen Weingeschäft zurückgetreten.

