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Anhörung: Pikante Details und „Hetzjagd“ setzen Toyota unter Druck

Kurz vor der ersten Anhörung im US-Kongress zur mysteriösen Pannenserie des japanischen Autokonzerns Toyota kommen unangenehme Details ans Licht der Öffentlichkeit. Demnach brüstet sich der weltgrößte Autohersteller in internen Dokumenten, durch erfolgreiche Lobbyarbeit in Washington eine teure Rückrufaktion im Jahr 2007 vermieden zu haben.

Auch Toyota-Chef Akio Toyoda wird vor dem US-Kongress aussagen. Quelle: Reuters
Auch Toyota-Chef Akio Toyoda wird vor dem US-Kongress aussagen. Quelle: Reuters

DÜSSELDORF/NEW YORK. Dadurch konnte der Konzern mehr als 100 Mio. Dollar einsparen, heißt es in Papieren, aus denen US-Medien gestern zitierten. Bereits damals ging es um das ungewollte Beschleunigen einiger Toyota-Modelle. Am Ende der Verhandlungen mit den US-Sicherheitsbehörden musste Toyota im September 2007 lediglich 55 000 Autos zurückrufen, weil sich angeblich Fußmatten mit den Gaspedalen zu verkeilen drohten. Eine Aufforderung, die Fahrzeuge auf Elektronikprobleme zu untersuchen und zu reparieren, unterblieb.

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Die Einsparungen werden unter der Überschrift "Gewinne für die Toyota-Sicherheitsgruppe" geführt, berichtet die Zeitung "Detroit News". In einer zehnseitigen Präsentation des damaligen US-Chefs Yoshimi Inaba ist darüber hinaus von "günstigen Rückruf-Resultaten" und "abgesicherter Rechtsprechung" zu Gunsten Toyotas die Rede. Demnach hat auch eine verzögerte Übergangsfrist zum Einbau von Seiten-Airbags 124 Mio. Dollar Einsparungen gebracht. Die Dokumente werfen die Frage auf, ob Toyota schwerwiegende Probleme jahrelang unter den Teppich gekehrt und seine Gewinnmargen auf Kosten der Sicherheit in die Höhe geschraubt hat.

Drei Ausschüsse des US-Kongresses sind inzwischen im Besitz von mehr als 50 000 Toyota-Dokumenten, die Licht ins Dunkel der Pannenserie bringen sollen. Die US- Straßenverkehrsbehörde NHTSA zählt inzwischen mindestens 34 Todesfälle, die mit der Problematik ungewollter Beschleunigung in Verbindung stehen sollen.

Laut "Detroit News" hilft ein früherer Toyota-Anwalt als "Whistleblower" beim Aufdecken der Affäre. Er habe Washington Dokumente übergeben, die beweisen sollen, dass der Konzern Sicherheitsprobleme gezielt versteckt habe. Eine Toyota-Sprecherin wehrte sich vehement gegen diesen Vorwurf: Es sei unredlich, dem Konzern "auf Basis einer internen Präsentation" grundsätzliches Fehlverhalten zu unterstellen. "Unsere erste Priorität ist die Sicherheit unserer Kunden", sagte sie.

  • 23.02.2010, 09:38 UhrAnonymer Benutzer: Weltenbummlerin

    Es ist äußerst erschreckend. Toyota nimmt den Verlust von Menschenleben billigend als Kollateralschaden auf der Jagd nach immer höheren betriebswirtschaftlichen Gewinnen in Kauf. Ein Menschenleben ist weniger wert als eine Fußmatte. Aber auch in Deutschland ist diese Praxis gang und gäbe. Die Deutsche bahn hat Qualitätssicherung und die instandhaltung über viele Jahre zurückgefahren und leichtfertig das Leben der Fahrgäste aufs Spiel gesetzt. Unter diesem Aspekt war auch die Katastrophe von Eschede eher eine Folge unverantwortlichem Gewinnstrebens denn höhere Gewalt. Herr Mehdorn aber hat sich mit unberechtigter Abfindung aus dem Staub gemacht. Leider kann in Deutschland kein Manager für Versagen oder unverantwortlichen Handlungen haftbar gemacht werden, die Lobby ist zu stark. All dies ist ein massiver Schlag ins Gesicht der Opfer, die im Gegensatz zu Herrn Mehdorn keine Lobby besitzen.

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