Anhörung Solarbranche schlägt Kürzung ihrer Subventionen vor

Die Bundesregierung geht den geplanten Abbau der Solarförderung zügig an. Und die im Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) zusammengeschlossenen Firmen werden schon bald eine außerordentliche Kürzung der Zuschüsse vorschlagen. Damit könnten die Fördersätze bereits zum 1. Juli kommenden Jahres fallen.
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Die Solarindustrie verzeichnet derzeit eine Rekordnachfrage. Jetzt versucht sie den Bundesumweltminister und Stromkunden zu besänftigen. Quelle: dpa

Die Solarindustrie verzeichnet derzeit eine Rekordnachfrage. Jetzt versucht sie den Bundesumweltminister und Stromkunden zu besänftigen.

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DÜSSELDORF. Die von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) geplante Anhörung mit Vertretern der Solarwirtschaft und der Verbraucherschutzverbände findet bereits am 13. Januar statt, erfuhr das Handelsblatt aus Branchenkreisen. Bei getrennten Treffen sollen die Parteien ihre Vorschläge für eine sinnvolle Reduzierung der Solarsubventionen vorlegen.

Röttgen hatte im Handelsblatt eine Kürzung der Subventionen angekündigt, da er bei Solarstrom von einer Überförderung ausgeht. Der Grund dafür liegt im Preisverfall für Solaranlagen, der einen massiven Ausbau der Erzeugungskapazitäten ausgelöst hat. Nach Verbandsangaben haben sich Solaranlagen in 2009 im Schnitt um 26 Prozent verbilligt. Da die Vergütung für die ins Stromnetz eingespeiste Solarenergie stabil blieb, schöpfen die Investoren erhebliche Mehrerlöse ab.

Die attraktive Vergütung hat einen Boom ausgelöst. Viele Solarfirmen verzeichnen eine Rekordnachfrage. In diesem Jahr werden nach Angaben der Marktforschungsfirma Photon in Deutschland Solarprojekte mit einer Leistung von 3000 bis 4000 Megawatt realisiert. Das Umweltministerium hatte lediglich mit 1300 Megawatt gerechnet.

Der Boom hat auch Schattenseiten: Auf die Verbraucher rollen mit dem unerwartet starken Zubau erhebliche Mehrkosten zu, denn die im Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) festgeschriebenen Subventionen werden auf die Stromkunden umgelegt. Verbraucherschützer drängen daher seit Monaten auf eine Kürzung der Fördersätze.

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7 Kommentare zu "Anhörung: Solarbranche schlägt Kürzung ihrer Subventionen vor"

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  • Die Debatte wird meistens etwas unsachlich geführt, da (wie bei der Debatte um die Subvention von erneuerbaren Energien) nicht alle Fakten auf den Tisch kommen.
    Denn eigentlich werden erneuerbare Energien nicht mehr gefördert als konventionelle, aber in den Medien wird das wieder umgedreht.
    (Siehe dazu weiteres:
    http://www.freewords.de/story.php?title=die-subvention-und-nichtsubvention-unserer-energie )

    im Endeffekt läuft das ganze so, dass der Staat das Netz kauft, renoviert und wieder verkauft. bis zum nächsten mal.

    irgendwann muss doch auch mal dem letzten klar sein, dass Konzerne nun mal nicht an Versorgungssicherheit denken, sondern an Rendite!

  • Alle Subventionsempfänger müssen jährlich hoffen wieder neues Geld zu bekommen. So ist es für die branche der Solarwärme, der Wärmedämmung, des klimaschonenden bauens usw.
    Die Solarbranche hat ein Abo auf Subventionen. Sie bekommt nicht nur unbegrenzt viele, sondern diese jedes Jahr wieder. Das ist gut für den Klimaschutz (wenn auch etwas ungerecht den anderen Klimaschutz-Techniken gegenüber). Aber was macht die Solarbranche daraus: sie versucht der Politik nur minimale Korrekturen anzubieten. Gleichzeitig möchte sie weiterhin unbegrenzt viel Geld. Ein jährliches budget wird abgelehnt (gibt es sonst branchen, die einfach locker unbegrenzt viel Geld vom Staat zugesagt bekommen?).
    Es sollte sogar unbegrenzt viel Geld für Solarstrom geben. Aber dann sollte die branche doch bitteschön auch nicht nur so minimale Angebote zur Anpassung der Einspeisevergütung machen. Sonst ist das Abo auf unbegrenztes Geld irgendwann nicht mehr da.

    Anmerkung: auch Strom aus Wind+Wasser+biomasse erhalten diese Vorzüge. Doch deren Einspeisevergütung und die Kosten für die damit verbundenen Allgemeinheit sind weit geringer.

  • Die Förderung ist aberwitzig und kostet den Verbrauch bis 2010 ca. € 70 Milliarden - ein Wahnsinn. Alles was den bürgern bisher von Staatsseite schmackhaft gemacht worden ist, ist später den investor sehr teuer gekommen. Vielleicht auch hier? Ein Skandal ist es jedoch, dass die kw/h unabhängig vom eigenen Verbrauch bezuschusst wird. Das ist so, als wenn der bauer die Milch abliefert und sie später im Laden billiger zurückkauft. Das kann nicht gut gehen. Und wenn wir schon bei Thema sind, es gibt berechnungen, dass durch die Herstellung, Verarbeitung, Montage etc. die Co2 belastung in Summe so hoch ist, wie die Einsparung der Anlage auf Sicht 20 Jahre - tolle bilanz! Stoppt die Wahnsinn.

  • Die Überschrift und die Hauptaussage des Artikels sind falsch. Die Subventionen für Solarstrom werden steigen, nicht fallen. Nur die Vergütung pro Kilowattstunde wird fallen, aber auch nur für die neu hinzukommenden Anlagen. Die Subventionen selbst werden steigen. Der Autor erweckt mit seinem Artikel einen falschen Eindruck.

  • Die branche fasst einfach einen längeren Zeitraum als ein Jahr zusammen und kommt damit natürlich auf 25 Prozent. Doch die Produktionskosten werden in diesem längeren Zeitraum doch weiter sinken. Daher kann man jetzt einmalig 20 bis 30 Prozent absenken und ab 1.1.2011 dann wieder jährlich 10 Prozent. Es ist schade, dass der Autor des Artikels diesen Trick der Solarlobby mit keinem Wort erwähnt. Der Satz "Die durch den Verfall der Modulpreise ausgelöste blase würde damit nach branchenrechnungen aufgelöst." verwundert sehr. Eigentlich sollte man erwarten, dass ein Journalist solch einen Trick merkt und nicht einfach die Argumentation der Solarlobby abschreibt.

  • Wenn jemand freiwillig seine eigenen Subventionen abbauen will steckt eher was anderes dahinter. Man erwartet scheinbar Konkurenz die Marktanteile klauen könnte. Wenn es einen Preisverfall gäbe, wäre man doch gerade froh, wenn man noch subventioniert werden würde. Und seit wann macht man sich Gedanken um Stromkunden, damit diese weniger zahlen, wenn man doch CO2 als so schädlich empfindet? Man würde doch sonst auch nie auf Verbraucherschützer hören.

    Also Respekt für die Saubermänner, die keine Subvention mehr brauchen.

  • Die Solarbranche schlägt keine Kürzung ihrer Subventionen vor. Sie schlägt vor die Vergütung pro Kilowattstunde etwas mehr abzusenken. Die Subventionen selbst werden stark steigen. Doch die Solarlobby schafft es, dies als Kürzung hinzustellen.

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