Anklage in den USA
Weltweite Fahndung nach fünf VW-Managern

Die US-Justiz hat nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR fünf frühere Manager von VW weltweit zur Fahndung ausgeschrieben. Zwei Vertraute des Ex-VW-Chefs Winterkorn sollen auch darunter sein.
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Washington/BerlinDie US-Justiz hat einem Medienbericht zufolge fünf frühere Manager und Entwickler von Volkswagen weltweit zur Fahndung ausgeschrieben. Zwei davon sollen Vertraute des Ex-VW-Chefs Martin Winterkorn sein. Ziel der US-Behörden ist es, die dort Angeklagten zu fassen und hinter Gitter zu bringen, wie „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR am Donnerstag meldeten. Das US-Justizministerium in Washington wollte sich dazu auf Anfrage des Handelsblatts zunächst nicht äußern. Auch Volkswagen ließ eine Handelsblatt-Anfrage bislang unbeantwortet. Den Angeklagten werden Verschwörung zum Betrug und Verstoß gegen US-Umweltvorschriften vorgeworfen.

Die Fahndung läuft demnach über die internationale Polizeiorganisation Interpol. Die fünf in den USA Angeklagten könnten Deutschland nicht mehr verlassen, weil sie in einem anderen Staat wohl festgenommen und dann möglicherweise in die Vereinigten Staaten überstellt würden. Interpol in Lyon wollte sich auf dpa-Anfrage nicht äußern.

Die Anwältin des früheren Entwicklungschefs der Kernmarke VW, Heinz-Jakob Neußer, sagte der Deutschen Presse-Agentur am Freitag, der Schritt der Behörden sei aus ihrer Sicht nicht überraschend, sondern eine „erwartbare Konsequenz“ der Anklagen in den Vereinigten Staaten. Unter anderem wurde gegen Neußer ermittelt.

Laut Bericht wird die Fahndung im Kreise der Verteidiger der Beschuldigten als „neue Eskalationsstufe“ bezeichnet. Die USA zeigten, dass sie nach Straf- und Schadenersatzzahlungen von VW den Fall keineswegs zu den Akten legen wollten.

Anfang des Jahres war ein früherer Volkswagen-Manager am Flughafen von Miami in Florida von der US-Bundespolizei FBI festgenommen worden. Er war bei VW bis März 2015 in leitender Funktion mit Umweltfragen in den USA betraut.

Im Mai hatte ein Berufungsgericht bestätigt, dass der Mann nicht auf Kaution freigelassen werden darf. Die US-Justiz befürchtet, dass er sich sonst nach Deutschland absetzen könnte, von wo ihm keine Auslieferung droht. Sein Prozess wird voraussichtlich erst im Januar 2018 beginnen. Ihm droht eine lange Haftstrafe.

Der Mann ist einer von sechs amtierenden und ehemaligen Führungskräften, die die US-Justiz im Zusammenhang mit der Dieselaffäre strafrechtlich belangen will. Solange sich die übrigen Beschuldigten in Deutschland aufhalten, droht ihnen aber keine Auslieferung. Ihnen werden Verschwörung zum Betrug und Verstoß gegen US-Umweltregeln vorgehalten.

Der Abgas-Skandal von VW hatte seinen Ursprung im Herbst 2015 in den USA. Das Unternehmen hatte Abgastests bei Dieselautos manipuliert. In der Folge rutschte der Konzern in eine tiefe Krise. Für Vergleiche mit Klägern in den USA und Kanada hatte der Konzern bisher umgerechnet mehr als 22 Milliarden Euro gezahlt.

Die Affäre ist längst noch nicht aufgearbeitet. Auch in Deutschland laufen strafrechtliche Ermittlungen – die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt wegen des Verdachts auf Betrug gegen fast 40 Beschuldigte. Darunter sind die fünf früheren VW-Manager, die nun von der US-Justiz laut Bericht zur Fahndung ausgeschrieben wurden.

Daneben gibt es zahlreiche Klagen von Aktionären sowie zivilrechtliche Klagen von Autobesitzern, die Entschädigung von VW verlangen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Anklage in den USA: Weltweite Fahndung nach fünf VW-Managern"

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  • Scheinheilige USA !
    Auf der einen Seite steigen die USA aus dem Pariser Klimaabkommen aus. Auf der anderen werden VW Manager weltweit wegen "Umweltverbrechen" gesucht. Sorry USA, das passt so gar nicht.

  • An Herrn Esboern Schmidt -
    Leider haben sich unsere Bundestagsabgeordneten, EU Abgeordnete, Minister
    Immunität verpasst.

  • "Wie man in den Wald hineinruft ..." Die deutschen "Eliten" (Wichtigtuer) haben es sich wieder einmal mit der ganzen Welt versaut, am deutschen Wesen usw. den Rest kennt man ja.

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