Ankündigung auf Hauptversammlung
Salzgitter stürzt sich ins Übernahmegetümmel

Der nach Thyssen-Krupp zweitgrößte deutsche Stahl- und Röhrenhersteller Salzgitter will im internationalen Übernahmepoker der Branche mitmischen und durch Zukäufe weiter wachsen.

HB BRAUNSCHWEIG. „Projekte im Rohrbereich sind in Prüfung“, sagte Vorstandschef Wolfgang Leese auf der Hauptversammlung am Donnerstag in Braunschweig. Einzelheiten nannte er nicht. Zudem erwarte er im Stahl- und Handelsbereich, „dass Projekte auf uns zukommen, die unser Portfolio in Produkten beziehungsweise Marktsegmenten ergänzen und uns weiter stabilisieren“.

Leese bekräftigte zugleich die Prognose, 2006 einen Vorsteuergewinn von mindestens 600 Mill. Euro zu erreichen. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern mehr als 900 Mill. Euro verdient. Die Aktionäre können mit einer Dividende von 50 Cent je Aktie zuzüglich einer Sonderausschüttung in gleicher Höhe rechnen. Aktionärsvertreter kritisierten dies angesichts des hohen Überschusses als zu gering.

Im ersten Quartal musste Salzgitter allerdings – vor allem wegen Kurssicherungsgeschäften für die Beteiligung an dem französischen Röhrenhersteller Vallourec – einen Gewinneinbruch hinnehmen. Der Überschuss sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um fast 80 Prozent auf 36 Mill. Euro. Der Umsatz legte um 12 Prozent auf 1,98 Mrd. Euro zu. Das Jahr 2006 laufe für Salzgitter besser als erwartet, hatte Leese bereits vor kurzem gesagt.

Vor den Aktionären, die die Strategie des Vorstands überwiegend mit Lob bedachten, verwies der Salzgitter-Chef auf den weiterhin hohen weltweiten Stahlbedarf, besonders der chinesischen Wirtschaft. Dies werde die Nachfrage nach Stahl auf hohem Niveau halten, insbesondere bei höherwertigen Qualitäten, begründete Leese seine Erwartungen. In dieser Hinsicht werde die Entwicklung in China weiter unterschätzt.

In den vergangenen zehn Jahren sei die Stahlnachfrage in China von 90 Mill. Tonnen auf 320 Mill. Tonnen Ende 2005 gewachsen. In diesem Jahr würden weitere Steigerungen auf 350 oder 360 Mill. Tonnen erwartet und 2010 sollten es 410 Mill. sein.

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