Ankündigung nach Vorlage der Quartalszahlen
WCM wird sich Klöckner frühestens 2006 einverleiben

Der Beteiligungskonzern WCM peilt die geplante Verschmelzung mit seiner Maschinenbautochter Klöckner-Werke frühestens im nächsten Jahr an. Vermutlich wird es zu einer Zwangsabfindung (Squeeze-out) der übrigen Aktionäre kommen. Das sagte WCM-Vorstandschef Flach kurz nach der Vorlage der Quartalszahlen.

HB DÜSSELDORF. „Zu einem Squeeze-out gibt es noch keinen Beschluss, aber es wäre ein denkbares Modell“, sagte WCM-Vorstandschef Roland Flach am Montag in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Auf jeden Fall solle Klöckner durch den Rückkauf eigener Aktien die Vorbedingung für einen solchen Schritt schaffen. Dazu müssten die Klöckner-Aktionäre auf der Hauptversammlung Mitte Juni den Rückkauf von bis zu 15 Prozent eigener Aktien genehmigen. Klöckner habe derzeit liquide Mittel in der Größenordnung von 60 bis 70 Millionen Euro, sagte Vorstand Wolfgang Christian.

Die zurückgekauften Aktien sollten eingezogen werden, erläuterte Flach weiter. Dadurch vergrößere sich der WCM-Anteil an Klöckner von derzeit knapp 80 Prozent auf etwa 93 Prozent. Die bis zur Squeeze-out-Grenze nötigen zwei Prozent müsste WCM dann selber zukaufen.

Die Klöckner-Übernahme werde aber auf keinen Fall noch in diesem Jahr über die Bühne gehen, sagte Flach.

Die seit längerem geplante Verschmelzung der WCM mit ihrer Industrietochter Klöckner werde sich aber auch wegen der noch ungeklärten Frage einer millionenschweren Steuerschuld ins nächste Jahr verzögern, sagte Flach. „Wir rechnen nicht mit einer Geltendmachung dieser Steuerforderung. Es gibt keinen Steuerbescheid darüber“, sagte Flach. WCM habe vielmehr Hinweise, dass die Steuerbehörden bei den geforderten 153 Millionen Euro einlenkten. Flach räumte aber ein, dass sein Unternehmen Schwierigkeiten hätte, eine solch hohe Schuld zu begleichen: „Das könnten wir nicht aus bestehenden Mitteln leisten.“

Im MDax sprangen die WCM-Papiere trotz der schlechten Quartalszahlen um 6,52 Prozent auf 0,49 Euro nach oben. Ausschlaggebend war eine Einigung im Zusammenhang mit der Insolvenz der WCM-Tochter Sirius GmbH. Die Banken, die gegenüber Sirius Forderungen hatten, haben diese durch den Verkauf von IVG-Aktien aus dem Besitz der insolventen Gesellschaft befriedigt. Sirius war Großaktionär bei der Bonner IVG Holding, Europas größtem Immobilienkonzern.

Seite 1:

WCM wird sich Klöckner frühestens 2006 einverleiben

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%