„Ankündigungen werfen Fragen auf“: Gewerkschaft beharrt auf VW-Tarifverträgen

„Ankündigungen werfen Fragen auf“
Gewerkschaft beharrt auf VW-Tarifverträgen

Europas größter Autobauer will in seinen deutschen Werken kräftig auf die Kostenbremse treten. Bis zu 20 000 VW-Mitarbeiter könnten betroffen sein. Während der Branchenverbandes VDA von „schmerzlichen, aber notwendigen" Restrukturierungen spricht, prangert der Betriebsrat Managementfehler an. Die IG Metall sieht zudem noch erheblichen Klärungsbedarf.

HB HAMBURG/HANNOVER. Die angestrebte Restrukturierung der Kernmarke VW werfe mehr Fragen auf, als dass Antworten gegeben würden, teilte die bei dem Wolfsburger Konzern besonders einflussreiche Gewerkschaft am Freitag mit. Der niedersächsische Bezirkschef Hartmut Meine erklärte, auch die Gewerkschaft sehe die Notwendigkeit zur Verbesserung von Prozessen und Strukturen bei Europas größtem Autobauer. Völlig unklar sei aber, worüber das Unternehmen mit der Arbeitnehmerseite verhandeln wolle. Ziel müsse die Beschäftigungssicherung sein. Aus Sicht der Gewerkschaft darf nicht am Haustarifvertrag gerüttelt werden.

Angesichts der „schwierigen Situation", in der sich VW befinde, sehe auch die IG Metall die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Effizienzverbesserung und zur Beseitigung von Produktivitätsdefiziten. Betriebsrat und Gewerkschaft hätten in der Vergangenheit immer wieder die Optimierung von Prozessen und die Bedeutung innovativer Arbeitsorganisation betont. Grundlage der Sicherung von Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätzen bei Volkswagen müssten nach Ansicht der IG Metall aber die bestehenden Tarifverträge sein. In dem Haustarifvertrag vom November 2004 für die rund 100 000 Beschäftigten der sechs westdeutschen VW-Werke ist der Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen festgehalten.

VDA: Restrukturierung schmerzlich, aber notwendig

Anders sieht das der VDA. Das Restrukturierungsprogramm ist aus Sicht des Branchenverbandes zwar „schmerzlich“, aber notwendig. Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Bernd Gottschalk, sprach am Freitag in Frankfurt von einem Schritt „im Interesse der langfristigen Sicherung traditioneller Standorte und Werke in Deutschland“.

Gottschalk sagte der dpa: „Die Position unserer Branche auf den globalen Märkten ist beileibe nicht in Stein gemeißelt. Die Angriffe der Wettbewerber aus Niedriglohnländern werden schärfer.“ Wer da nicht Schritt halte, gerate ins Abseits.

Die deutsche Automobilindustrie habe durchaus „einiges in die Waagschale“ zu werfen: „Bei Produkten und Technologien, beim Know-how unserer Mitarbeiter und Ingenieure macht uns so leicht keiner etwas vor. Bei den Kosten, der Arbeitszeit und der Flexibilität ist das aber schon etwas anderes.“

Gottschalk plädierte dafür, die Pläne von VW wie auch früher bei Opel und anderen „nicht als pauschale Infragestellung, sondern als Vorwärtsstrategie für den Standort Deutschland“ zu werten. „Wer den Mut zu notwendigen Restrukturierungen nicht hat, vergibt Chancen und lässt das Potenzial, das unser Standort zweifellos hat, ungenutzt.“

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