Anlage- und Maschinenbauer
Andritz will Gewinn 2013 steigern

Trotz weniger Aufträgen hat der Maschinenbauer Andritz 2012 ein Plus von acht Prozent erzielt. Auch in den kommenden Jahren erwartet das Unternehmen ein stetes Wachstum – dank der Übernahme einer deutschen Firma.
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WienDer österreichische Maschinen- und Anlagenbauer Andritz blickt mit gemischten Gefühlen auf das laufende Jahr. „Pessimismus und Optimismus wechseln sich“, sagte Vorstandschef Wolfgang Leitner am Freitag. Umsatz und Ergebnis sollen 2013 steigen, was Andritz hauptsächlich dem im Vorjahr übernommenen deutschen Metallpressenhersteller Schuler verdanken dürfte. In den kommenden Jahren peilt Leitner nach früheren Angaben ein Wachstum von durchschnittlich zehn Prozent pro Jahr an. Weitere Großakquisitionen seien derzeit kein Thema, versicherte der Manager.

Mit der Übernahme von Schuler – die per 1. März konsolidiert wird – und einigen kleineren Firmen komme Andritz künftig auf einen Jahresumsatz von rund sechs (2012: 5,2) Milliarden Euro. Ein rasches Squeeze-Out – Abfindungsangebot der Minderheitsaktionäre – von Schuler sei nicht vorgesehen. „Wir haben hier keinen Druck, schließen es aber auch nicht aus“, sagte Leitner. Andritz hält rund 90 Prozent an Schuler und hat dafür rund 550 Millionen Euro gezahlt.

Im vergangenen Jahr zeigte sich das steirische Unternehmen, das auf Anlagen für die Papierindustrie und auf Turbinen und Generatoren für Wasserkraftwerke spezialisiert ist, krisenfest. Profitiert haben die Grazer von einer hohen Nachfrage in den Bereichen erneuerbare Energie samt Wasserkraft sowie Papier- und Zellstoffproduktion. Der operative Gewinn (Ebita) legte wie von Analysten erwartet um knapp acht Prozent auf 357,8 Millionen Euro zu. Die Dividende soll auf 1,20 (2011: 1,10) Euro je Aktie erhöht werden. Mittelfristig sei eine schrittweise Anhebung der Ausschüttungsquote auf 60 Prozent von derzeit 50 Prozent geplant. Eilig habe es Andritz aber nicht. „Das Geld brennt uns nicht im Sack. Schuler ist kein Klacks, den wir mit Links machen“, so Leitner.

Der Auftragseingang schrumpfte im vergangenen Jahr um 13,7 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro. Allerdings wurden 2011 drei Großaufträge von insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro verbucht. Der Andritz-Chef betonte, dass das Geschäft unberechenbarer geworden sei, vor allem was Großprojekte betreffe. Sorgen bereitet Leitner, dass durch die Verwerfungen am europäischen Strommarkt infolge des Ökostrom-Booms Pumpspeicherkraftwerke in Deutschland und Österreich in Frage gestellt werden. „Der Kraftwerksbau in Deutschland könnte einige Zeit ruhen“, fürchtet Leitner.

Grundsätzlich positiv sieht der Andritz-Chef die beiden Hauptmärkte Europa und Nordamerika, trotz Sparmaßnahmen und Budgetdiskussionen. Spannend bleibe die Entwicklung in den Schwellenländern. „Wir haben einen etwas stotternden Motor in den Emerging Markets gesehen“, sagte Leitner. In Brasilien sei das Wachstum gegen Null gegangen und auch in Indien sei man mit Wachstumseinbußen konfrontiert. China nehme hingegen wieder Tempo auf. „Wie nachhaltig das sein wird, werden wir sehen“, sagte Leitner.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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