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Anlagenbau: Für Dürr ist in China der Lack noch nicht ab

China ist, wie für viele Autobauer, inzwischen auch für den Hersteller von Lackieranlagen und Auswuchtsystemen der wichtigste Markt. Und nach einer Flaute-Phase geht es der Firma zufolge wieder aufwärts.

Fertigung von Dürr-Ecopaint-Lackierrobotern im Werk Bietigheim-Bissingen (Archivfoto von 2004). Quelle: dpa
Fertigung von Dürr-Ecopaint-Lackierrobotern im Werk Bietigheim-Bissingen (Archivfoto von 2004). Quelle: dpa

Bietigheim-BissingenNach dem Regierungswechsel in China normalisiert sich die Nachfrage in dem Land nach Einschätzung des Anlagenbauers Dürr wieder. „Nach einer Phase der Stagnation haben wir im zweiten Halbjahr 2012 gemerkt, dass die Nachfrage dort wieder angezogen hat“, sagte Vorstandschef Ralf Dieter der dpa. „Wenn man ganz langfristig denkt, wird es auch in China irgendwann eine Sättigung geben. Ich erwarte das aber nicht in den nächsten zehn Jahren.“
China ist - genau wie für viele Autobauer - inzwischen der wichtigste Markt für den Hersteller von Lackieranlagen und Auswuchtsystemen. 2012 stammten rund ein Drittel der Aufträge von Dürr aus dem Land. Der Anlagenbauer mit Sitz in Bietigheim-Bissingen macht 80 Prozent seines Geschäfts mit Autoherstellern, die ebenfalls in dem Land expandieren. VW kündigte jüngst den Bau sieben neuer Fabriken in China an.
2012 machte Dürr 2,4 Milliarden Euro Umsatz und 111,4 Millionen Euro Gewinn. Die Prognose für 2013 ist konservativ: Der Dürr-Chef will seine Erlöse maximal auf 2,6 Milliarden Euro steigern. „Gegenüber dem vierten Quartal sehen wir im Auftragseingang keine signifikante Veränderung“, sagte Dieter über den Start ins neue Jahr. Die Projekt-Pipeline sei gut gefüllt. „Man kann von einer kontinuierlichen Entwicklung ausgehen.“

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Für Dürr zahlt sich derzeit aus, dass der Geschäftsanteil in Westeuropa relativ gering ist. Die Autohersteller hatten 2012 stark unter der Eurokrise gelitten. Dieter rechnet aber auch hier mittel- bis langfristig wieder mit steigenden Auftragszahlen. „Es gibt viele Planungen von Automobilherstellern, Werke auch hier in Europa zu modernisieren.“ Daraus könnten auch neue Großaufträge resultieren.
Trotz Investitionen in neue Technologien, werde Dürrs wichtigstes Geschäft das mit den Autoherstellern bleiben. „Sie werden bei uns nicht die Automobilindustrie als dominanten Markt verdrängen“, sagte Dieter. Er glaubt an ein langfristiges Wachstum in der Branche.
Grüne Technologien, die Dürr derzeit als weiteres Standbein ausbaut, sollen in Zukunft einen Umsatzanteil von maximal 15 Prozent ausmachen. Dürr investiert in Technologien zur Nutzung industrieller Abwärme und plant weitere Übernahmen. „Die meisten Technologien sind in Deutschland zu finden“, sagte Dieter. Zukäufe mit einem Volumen von 80 bis 100 Millionen Euro könne das Unternehmen stemmen, ohne sich in finanzielle Abhängigkeiten zu begeben. Bis 2015 will der Anlagenbauer mit dem neuen Geschäftsbereich 200 Millionen Euro Umsatz machen. „Wir sehen uns dieses und nächstes Jahr noch in der Investitionsphase“, sagte der Dürr-Chef.

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