Anlagenbau
GEA bleibt optimistisch

Anzeichen einer lahmenden Konjunktur stellt der Maschinenbauer GEA für sein Geschäft nicht fest. Während einige Zweige der Branche eine nachlassende Dynamik meldet, sieht das Bochumer Unternehmen seine Anlagen für die Energie-, Land- und Prozesstechnik weiter auf dem Vormarsch. Analysten zeigen sich erfreut.

HB DÜSSELDORF. Nach einem kräftigen Gewinnanstieg im zweiten Quartal bekräftigte der Vorstand am Donnerstag die Jahresprognosen. Zwischen April und Juni verbuchte der Konzern einen operativen Gewinn von 110,7 (Vorjahr: 95,6) Millionen Euro. Der Nettogewinn aus dem fortgeführten Geschäft stieg auf 72,6 (61,3) Millionen Euro.

Der Umsatz legte auf 1,35 (zuvor 1,25) Milliarden Euro zu, der Auftragseingang auf 1,33 (von 1,27) Milliarden Euro. Mit dem dicken Auftragspolster im Rücken soll der Umsatz in diesem Jahr um zehn Prozent und im kommenden Jahr in einer Spanne von fünf bis zehn Prozent wachsen. 2009 will GEA eine operative Umsatzrendite von zehn Prozent erreichen, im vergangenen Jahr lag sie bei acht Prozent. 2007 hatte der Konzern bei 5,2 Milliarden Euro Umsatz aus dem fortgeführten Geschäft 254 Millionen Euro verdient.

Wenig erfreulich lief indes das Geschäft bei der Tochter Ruhrzink, die der Bochumer Konzern nicht mehr zum Kerngeschäft zählt. Sie verbuchte wegen der hohen Strom- und gesunkenen Zinkpreise einen einstelligen Millionenverlust, wie ein Sprecher sagte. GEA will sich von dem Unternehmen trennen.

Die Aktien der GEA Group konnten von dem Zwischenbericht zunächst nicht profitieren. Obwohl Analysten die Zahlen als gut bezeichneten, rutschte der Kurs zeitweise um mehr als acht Prozent auf 19,82 Euro ab. Einige Händler erklärten dies mit Gewinnmitnahmen. Anschließend legte der Kurs wieder zu und übertraf bis zum Mittag den Stand des Vortages deutlich.

GEA habe im ersten Halbjahr sowohl ihre Erwartungen als auch die von der Agentur Reuters ermittelten Konsensschätzungen übertroffen, sagen die Analysten der WestLB. Beeindruckend sei vor allem die Steigerung der Ebit-Marge auf 9,5 Prozent von 8,5 Prozent im ersten Quartal. GEA sei eine defensive Anlagemöglichkeit für langfristig orientierte Investoren, sagen die Beobachter. Sie verweisen auf das moderate Umstzwachstum von fünf bis zehn Prozent im Jahr, die stetige Steigerung der Margen und die solide Dividendenzahlung.

Der Zweitquartalsbericht enthält nach Einschätzung der UniCredit keine größeren Überraschungen und bewegt sich im Rahmen der Erwartungen. Die Profitabilität in den Kernsegmenten habe sich etwas besser als prognostiziert entwickelt. Die Ebit-Marge habe sich hier stärker als geschätzt erhöht. GEA Group ist nach Einschätzung der Analysten noch immer eines der attraktivsten Investments im gesamten Sektor.

Anteile der Gruppe werden ab jetzt auch in den USA gehandelt. Der Maschinenbauer hat am Donnerstag bekanntgegeben, dass so genannte "American Depository Receipts" (ADR) des Unternehmens im US-amerikanischen Freiverkehr ge- und verkauft werden können. Das Verhältnis ADR zu Aktien beträgt dabei 1:1. Die Wertpapierkennnummer der unter dem Symbol GEAGY gehandelten ADRs lautet 361592108. Depotbank für die Papiere ist die Deutsche Bank.

Hartmut Eberlein, Finanzvorstand der GEA Group, hofft auf mehr Aufmerksamkeit von in den USA aktiven Investoren. "Schon heute befindet sich ein erheblicher Teil unserer Aktien im Besitz von US-Investoren. Wir etablieren dieses Programm, um noch mehr US-Investoren die Möglichkeit zu bieten, an der zukünftigen Entwicklung unseres Konzerns Teil zu haben", sagte Eberlein.

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