Anlagenbauer
Autobranche zieht Kuka ins Verderben

Die Lage bei Kuka wird immer brenzliger. Der Hersteller von Roboter und Anlagen hat viele Kunden in der Autobranche. Und der geht es bekanntlich alles andere als gut. Und ans Investieren denkt erst recht kaum ein Hersteller. Darunter leidet Kuka spürbar.

HB AUGSBURG. Die weltweit schwache Autonachfrage hat die Lage bei Maschinenbauer Kuka zu Jahresbeginn verschärft. Die Kunden, von denen die meisten aus der Autoindustrie stammen, bestellten nur noch halb so viele Roboter und Anlagen bei den Augsburgern. Nur dank bereits gestarteter Einsparungen konnte das Unternehmen einen operativen Verlust abwenden.

Das Sparprogramm solle nun forciert werden, sagte Vorstandschef Horst Kayser am Montag in Augsburg. Im Gespräch seien Kurzarbeit, die Verschiebung von Tariferhöhungen, Einschnitte beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie das Runterschrauben der Kapazitäten. „Das Programm soll helfen, uns vor der letzten Konsequenz betriebsbedingter Kündigungen so lange wie möglich zu schützen.“

Der Auftragsrückgang beschleunigte sich im ersten Quartal. Von Januar bis März gingen nach vorläufigen Zahlen nur noch Bestellungen von circa 214 Mio. Euro ein. Der Umsatz ging weiter von 280,2 auf etwa 227 Mio. Euro zurück. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) blieb ausgeglichen; vor einem Jahr hatte Kuka hier noch 15,8 Mio. Euro verdient. Ein Händler sprach von einem schwachen Abschneiden. Der Kurs sackte im frühen Handel um 5,34 Prozent auf 10,45 Euro ab.

Im Gesamtjahr will Kuka die Kosten um mindestens 50 Mio. Euro drücken und damit ein ausgeglichenes bis leicht positives EBIT schaffen. Bereits im vergangenen Jahr hatte Kuka einen operativen Gewinnrückgang auf 52 Mio. Euro verkraften müssen. Die Wirtschaftskrise hatte bei Kuka früher zugeschlagen als bei vielen anderen Maschinenbauern. Mittlerweile ist die Krise aber in der ganzen Branche angekommen. Im Januar und Februar waren die Bestellungen übergreifend um 45 Prozent eingebrochen.

Die Augsburger machen rund drei Viertel ihrer Geschäfte mit den schwächelnden Autoherstellern, wollen sich aber seit einiger Zeit breiter aufstellen. Wie Vorstandschef Kayser ausführte, ist jedoch auch das Geschäft mit der sogenannten Allgemeinindustrie drastisch zurückgegangen. Kuka setzt hier unter anderem auf die Luftfahrt-Branche und die Medizintechnik.

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