Anlagenbauer Gea
Aktionäre kanzeln Vorstandschef ab

Beim Anlagenbauer Gea macht sich die wirtschaftliche Unsicherheit bemerkbar. So startete der Konzern ohne größeres Wachstum ins neue Jahr. Unter den Aktionären wächst die Kritik an Vorstandschef Jürg Oleas.
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OberhausenNach Gewinneinbußen im vergangenen Jahr ist der Anlagenbauer Gea ohne Schwung ins neue Jahr gestartet. Umsatz, Auftragseingang und Gewinn des überwiegend für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie produzierenden Konzerns lägen im ersten Quartal auf Vorjahresniveau, erklärte Vorstandschef Jürg Oleas am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Oberhausen. Der Manager wagte nicht, seine Prognose für 2017 zu konkretisieren. Er rechne damit, dass sich die gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten im Jahresverlauf verstärken.

„Wie sich unsere Märkte im Einzelnen entwickeln werden, ist daher zum aktuellen Zeitpunkt noch schwerer vorherzusagen.“ Erst zur Jahresmitte könne er wohl genauer sagen, in welchem Bereich des Prognosekorridors Gea landen wird. Oleas äußerte sich aber zuversichtlich, dass das Geschäft mit der krisengeschüttelten Milchindustrie in der zweiten Jahreshälfte wieder anziehen wird. Finanziell seien die Milchbauern weltweit nach dem Preisverfall zwar angeschlagen. „Aber die Preise liegen derzeit 60 Prozent über dem Tiefpunkt 2016.“ Das lasse ihn hoffen. Das Geschäft mit der Milchindustrie macht ein Drittel des Konzerngeschäftes aus.

Doch die im Oktober gekappte Prognose für 2016, Gewinneinbußen und der Kursrückgang wie auch die verhaltenen Aussichten brachten die Gea-Aktionäre gegen Oleas auf. „Eigentlich ist alles negativ außer ihren schönen Worten“, wetterte eine Kleinanlegerin. Die Neuorganisation sei wohl ein „Flop“. Jella Benner-Heinacher von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) kritisierte: „Das Konzept 'one gea' scheint einfach, ist es aber wohl nicht.“

Oleas hatte Gea einen Konzernumbau verordnet, der ab 2017 jährliche Einsparungen von 125 Millionen Euro bringen sollte. Der Manager hatte allerdings zuletzt eingeräumt, die Effekte würden sich erst in ein bis zwei Jahren voll auswirken.

In den ersten drei Monaten steigerte Gea den Umsatz auf 1,0 (Vorjahr: 0,94) Milliarden Euro. Der Auftragseingang stagnierte bei 1,14 Milliarden Euro. Auch beim operativen Ergebnis (Ebitda) kam Gea mit 95 (94) Millionen Euro kaum vom Fleck. Mit einem Minus von 1,6 Prozent gehörte die Gea-Aktie am Donnerstag zu den größten Verlierern im Nebenwerteindex MDax. Die vollständige Quartalsbilanz will der Konzern am 9. Mai veröffentlichen.

Nach Umsatz- und Gewinneinbußen peilt Oleas 2017 ein moderates Umsatzwachstum und ein Ebitda zwischen 620 und 670 Millionen Euro an. 2016 hatte der Konzern bei einem Umsatz von 4,49 Milliarden Euro ein Ebitda von 566 Millionen Euro ausgewiesen; der Auftragseingang erreichte 4,67 Milliarden. Die Aktionäre erhalten eine unveränderte Dividende von 80 Cent je Aktie.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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