Anlagenbauer Gea Wie ein Maschinenbauer vom Snack-Boom profitiert

Ob Chili-Lollys oder vegane Snacks - die Herstellung von Lebensmitteln wird immer anspruchsvoller. Davon profitieren Spezialmaschinenbauer wie die Düsseldorfer Gea. Sie machen die Produktion erst möglich.
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Globalen Trends wie Urbanisierung, höhere Anforderungen an die Nahrungsmittelsicherheit und verschärfte Umweltauflagen helfen Spezialmaschinenbauern wie Gea. Quelle: Reuters
Lebensmittelgeschäft in Indien

Globalen Trends wie Urbanisierung, höhere Anforderungen an die Nahrungsmittelsicherheit und verschärfte Umweltauflagen helfen Spezialmaschinenbauern wie Gea.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfSchnell noch einen kleinen Happen zwischendurch: Ob geschichtete Kekse, Cracker oder Hörnchen mit Vanillecreme – der Markt für Snacks boomt und zwar weltweit. Rund um den Globus gaben die Verbraucher nach Analysen des Marktforschers Nielsen rund 380 Milliarden US-Dollar für süße und salzige Kleinigkeiten aus.

Während in den Industriestaaten der Verbrauch moderat steigt, legen die Schwellenländer ein deutlich höheres Tempo vor. An der Spitze steht Lateinamerika mit einem jährlichen Zuwachs von neun Prozent. Herzhafte Snacks wie Weizencracker, Reiswaffeln oder Pita-Chips waren sogar noch häufiger gefragt. „Das ist ein interessanter Markt“, sagt Jürg Oleas , „er lebt von der andauernden Neuerung.“

Oleas ist Vorstandschef des Düsseldorfer Spezialmaschinenbauers Gea, der die weltweite Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie mit entsprechenden Produktionsanlagen beliefert. Erst von anderthalb Jahren hat der Mittelständler seinen Snackbereich durch gezielte Zukäufe ausgebaut und kommt hier inzwischen auf einen Umsatz von rund 150 Millionen Euro.

Schoko-Wachmacher, Fruchtgummi-Selfies und süße Pizza
Comeback der Klassiker
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„Zu den Trends im Süßwarenmarkt zählt die Neuentdeckung der sogenannten Klassiker“, erklärt Klaus Reingen, Hauptgeschäftsführer im Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie. Kein Wunder, dass auch Deutschlands älteste Schokoladenfabrik einen seiner Klassiker neu auflegt: Halloren bringt eine limitierte Retro-Edition seiner Halloren-Kugeln auf den Markt.

Die Schweizer lassen es krachen
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Ob das Schweizer Traditionsunternehmen Kägi bei seinem neuen Produkt ebenfalls an einen Klassiker gedacht hat? Der lautmalerische Titel „Kabääm“ erinnert irgendwie an die Fernsehserie „Batman“ aus den 1960er Jahren. Eigentlich ist es aber eine ein Tischfeuerwerk der anderen Art: Es regnet leckere Waffenriegel.

Gemüse-Snacks sind weiter im Kommen
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Seit 2015 hat die ISM ihr Angebot erweitert. Neben Süßwaren- und Knabberartikel gibt es seitdem auch Frühstücksprodukte und herzhafte Snacks. Neue Hersteller kamen auch aus dem Bereich Gemüsesnacks hinzu. So wie das Stuttgarter Start-up Papicante, das für seinen herzhafter Snackriegel Erbsen mit Superfoods wie Quinoa kombiniert.

Hype um die Superfoods
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Überhaupt versuchen viele Hersteller in ihren Produkten sogenannten Superfoods unterzubringen, die eine besonders hohe Nährstoffdichte aufweisen. Etwa Chiasamen, Leinsamen, Sonnenblumenkerne und Kürbiskerne oder Blaubeeren. Ob ein Superfood allerdings etwas nutzt, wenn es nur in minimalen Mengen einem ansonsten herkömmlichen Müsli oder einem gewöhnlichen Riegel beigemischt wird, sei dahingestellt.

Der Wachmacher
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Auch die kleinen roten Früchte der Guarana-Pflanze sind etwas Besonderes: Sie sind nicht nur reich an Fetten, Eiweißen sowie Stärke, sondern weisen auch eine hohe Konzentration an Koffein auf. Früher soll sie Amazonas-Indianern bei mehrtägigen Jagdausflügen fit gehalten haben. Der Berliner Hersteller Koakult hat daraus einen Bio-Kakao gemacht, der wie Kaffee wirken soll.

Zucker, der kein Zucker ist
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Bei der Suche nach einer Alternative zum Raffineriezucker setzt der Hersteller mit dem passenden Namen „No Sugar Sugar“ auf Xylit – einem natürlichen Zuckeraustauschstoff. Das Hamburger Unternehmen hat unter anderem Nuss-Nougat- und Erdnuss-Creme sowie Marmeladen im Sortiment.

Die Verpackung macht’s
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Wer nicht mit Bio- oder Veggie-Produkten punktet, braucht dringen eine besondere Verpackung. So wie beim Evil Duck Candy Spray des Kaugummi-Produzenten Alex Sweets bei Aachen. Der Inhalt der fies dreinblickenden Ente: ein saures Süßigkeitenspray in drei Geschmacksrichtungen.

Interessant sind die Zuwachsraten: Sie lägen zwischen fünf und zehn Prozent im Jahr, sagte Oleas. Geliefert wird, was gefällt: So produziert ein mexikanischer Kunde Lollipops, die er mit Chilipulver bestäubt. Im Land der scharfen Tortillas „ein Riesenrenner“, sagt der Gea-Chef.

Erst im vergangenen Herbst hat er einen italienischen Kunden besucht, der rein vegane Snacks produziert, glutenfrei und ohne Allergene. Die Gea-Maschinen stehen in Reinräumen wie bei der Computerchip-Produktion, damit sich auch ja keine Pollen auf den Keksen niederlassen. „Die Qualitätskontrolle ist extrem“, sagt Oleas. „Das Wachstum auch – und die Snacks schmecken trotzdem.“

Milchkrise macht dem Maschinenbauer zu schaffen
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