Anlagenbauer
Investor kauft Sperrminorität an Dürr

Heinz Dürr, Vertreter der Gründerfamilie beim gleichnamigen Weltmarktführer für Lackieranlagen, zieht sich weiter aus dem Unternehmen zurück. Die Familie hat weitere acht Prozent der Anteile an der Dürr AG an den Fuldaer Unternehmer Lutz Helmig abgegeben. Indes hat sich die Lage an der Kreditfront für den Anlagenbauer weiter zugespitzt.

STUTTGART. Die Gründerfamilie kassiert für 1,4 Mio. Aktien bei eine Stückpreis von elf Euro rund 15,4 Mio. Euro. Der Kurs entspricht dem aktuellen Börsenkurs der im SDax notierten Aktie. Ein Grund für den Verkauf sind Nachfolgeprobleme bei dem Familienunternehmen.

Helmig stockte mit dem Kauf auf eine Sperrminorität von 25,5 Prozent auf. Ihm gehört unter anderem die Edag GmbH in Fulda, ein Entwicklungsdienstleister für die Auto- und die Raumfahrtindustrie, der schon mit Dürr kooperiert. Der Unternehmer war 2007 mit zehn Prozent bei Dürr eingestiegen und hatte seinen Anteil stückweise ausgebaut. Bekannt wurde Helmig, als er mit dem bayerischen Unternehmer Hans-Rudolf Wöhrl die Fluggesellschaft DBA kaufte und an Air Berlin weiterreichte. Zuletzt hatte Helmig seine Anteile an dem Münchener Traditionskaufhaus Ludwig Beck an Wöhrl abgegeben. Den Klinik-Konzern Helios verkaufte Helmig an den Pharmakonzern Fresenius. Zu den größten Beteiligungen seiner Investmentfirma Aton gehört der Tunnelbauer Deilmann-Haniel.

Dürr begründet den Verkauf mit einer „langfristigen Erbregelung“. Der Unternehmer stehe aber weiter zur Firma. Die Heinz Dürr GmbH und die Heinz und Heide Dürr Stiftung halten nun noch 34 Prozent an dem Hersteller von Lackieranlagen und Auto-Endmontagebändern. Vor drei Jahren besaß die Familie noch die Mehrheit.

Der ehemalige Vorstandschef der AEG und der Deutschen Bahn ist inzwischen 76 Jahre alt. Seine drei im Ausland lebenden Töchter haben keinerlei industrielle Ambitionen. Lediglich die in Paris lebende Ärztin und Wissenschaftlerin Alexandra Dürr hat vor drei Jahren einen Aufsichtsratsposten bei Dürr angenommen. Eine zweite Tochter arbeitet in der Unterhaltungsbranche in den USA und die dritte als Journalistin ebenfalls im Ausland. Wie genau die Erbschaftsregelung in der Familie Dürr aussieht, ließ das Unternehmen unbeantwortet.

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