Anlagenbauer
Krones deutet Verlust an

Krones hat gespart und gespart, aber es reicht in diesem Jahr wohl nicht: Der Getränkeabfüllanlagen-Hersteller befürchtet weiterhin rote Zahlen im Gesamtjahr. Von einer Insolvenz sei Krones aber meilenweit entfernt.

HB NEUTRAUBLING. Der erwartete Umsatzrückgang könne durch die angelaufenen Maßnahmen zwar "nahezu verlustfrei" aufgefangen werden, sagte Finanzchef Hans-Jürgen Thaus am Mittwoch laut Redetext auf der Hauptversammlung in Neutraubling. "Die Kaufzurückhaltung unserer Kunden hat aber zusätzlich zu einem Preiskampf geführt, so dass wir damit rechnen müssen, das Geschäftsjahr 2009 auch mit einem Verlust abzuschließen."

Im ersten Quartal waren die Bestellungen um ein Drittel eingebrochen, Krones verbuchte in der Folge den ersten Verlust seit Jahrzehnten. Auch das laufende zweite Quartal hatte Thaus jüngst im Interview schon abgeschrieben und erwartet hier ebenfalls ein Minus. Es gebe zwar vermehrt Kundengespräche, hatte er damals gesagt, aber noch keine in Zahlen greifbare Erholung. Vor den Aktionären wiederholte Thaus nun seine Einschätzung, dass es spätestens im kommenden Jahr wieder aufwärts geht. Das Niveau der vergangenen beiden Boomjahre werde aber nicht erreicht, stellte er klar.

Finanzchef Thaus rechnet für das laufende Jahr weiterhin damit, dass der Umsatz um ein Viertel schrumpft. Angesichts dessen hält der Vorstand am Sparprogramm fest: Mehr als 800 Leiharbeiter und befristet Beschäftigte mussten bereits gehen. Für die rund 8 300 verbliebenen festen Mitarbeiter im Inland beginnt zur Jahresmitte die Kurzarbeit, nachdem sie ihre Überstunden und ihren Urlaub abgefeiert haben. Betriebsbedingte Kündigungen gab es bei Krones indes noch keine, allerdings werden frei werdende Stellen nicht wieder besetzt und die Einkommen beschnitten.

Eine existenzielle Gefahr durch die Krise verneint Thaus: "Die finanzielle Verfassung unseres Unternehmens ist weiterhin grundsolide." Die Kasse sei voll, Bankschulden kaum vorhanden. Der Finanzchef steht deshalb unverändert hinter dem angefangenen Aktienrückkauf. "Wir sehen uns mit diesen Kursen massiv unterbewertet." Nach seinen Angaben hat Krones bis dato gut 1,4 Mio. Aktien zu einem Durchschnittspreis von 25,93 Euro eingesammelt. Für die insgesamt investierten knapp 37 Mio. Euro hält das Unternehmen nun 4,5 Prozent am eigenen Grundkapital. Was mit den Anteilen geschieht, ist weiter offen.

Unter den Aktionären war Kritik an dem Rückkauf aufgeflammt, zumal die Dividende zeitgleich von 0,70 auf 0,60 Euro je Papier sinken soll. Vorstandschef Volker Kronseder versuchte zu erklären: "Wir sind der Meinung, wenn die Mitarbeiter "mitsparen', sollte auch der eigentliche Eigentümer des Unternehmens - die Aktionäre - zurückhaltend sein." Die Gründerfamilie Kronseder selbst besitzt mehr als die Hälfte des Konzerns.

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