Anlagenbauer
Kuka bekommt Geld von Chrysler

Der Roboter- und Anlagenbauer Kuka muss seine Forderungen an den insolventen Chrysler nicht abschreiben. Das Augsburger Unternehmen einigte sich mit dem insolventen US-Autobauer auf eine Begleichung der Forderungen, so das Unternehmen am Mittwoch.

HB FRANKFURT. Kuka und Chrysler hätten vereinbart, dass die vor dem Chrysler-Insolvenzantrag am 30. April ausstehenden Forderungen von der US-Firma beglichen würden, teilte Kuka am Mittwoch mit. Die Augsburger Firma hatte klar negative Zahlen für das Gesamtjahr in Aussicht gestellt, sollten Abschreibungen auf Geschäfte mit Chrysler und dem US-Autokonzern General Motors nötig werden.

Die übrigen Forderungen bestünden gegenüber ausländischen Tochtergesellschaften von Chrysler, die keinen Insolvenzantrag gestellt haben, oder seien laufende Forderungen, die fristgemäß beglichen werden sollten, erklärte Kuka weiter. Chrysler schuldete Kuka per 30. April ca. 20 Millionen Euro.

Es sei auch vorgesehen, dass alle alten Verträge und Konditionen von der neuen Chrysler Group erfüllt würden, erklärte Kuka weiter. Die Produktion der Karosserie des Jeep Wrangler im Kuka-Werk in Toledo solle in der letzten Juniwoche wieder aufgenommen werden. Die US-Tochter fertigt die Karosserie des Geländewagens für Chrysler seit Juli 2006. In den ersten fünf Monaten habe der Absatz dieses Wagens um elf Prozent zugelegt.

Dennoch verschärft der Roboterbauer seinen Sparkurs. Geplant sind entgegen bisherigen Beteuerungen Einschnitte bei der Stammbelegschaft. „Wir müssen dringend Hausaufgaben in Bezug auf unsere Wettbewerbsfähigkeit machen. Dabei kommen wir mittelfristig um eine Anpassung der Personalzahlen nicht herum“, sagte Kuka-Chef Horst Kayser der „Financial Times Deutschland“ (Donnerstagausgabe) laut einem Vorabbericht. Zum Umfang der neuen Kürzungen habe sich Kayser nicht äußern wollen, berichtete die Zeitung weiter. Das wolle Kuka am 4. August mit den Zahlen für das zweite Quartal bekanntgeben. An die Vereinbarung mit den Arbeitnehmervertretern, 2009 keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen, wolle sich Kuka aber halten. In einer ersten Sparrunde wollte Kuka die Kosten um 40 Millionen Euro senken.

Eine Besserung der Auftragslage sei nicht in Sicht. „Aus Gesprächen mit unseren Kunden verdichten sich die Anzeichen, dass sich das stark erniedrigte Marktnachfrageniveau bis weit ins Jahr 2010 hinein ziehen wird“, sagte Kayser. „Ein wirkliche Belebung werden wir nicht vor dem zweiten Halbjahr 2010 sehen.“

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