Anlagenbauer
M+W Zander fürchtet Aufspaltung

Der deutsche Anlagenbauer M+W Zander steht nach dem Kauf durch die österreichische Beteiligungsgesellschaft Victory möglicherweise vor einer Aufspaltung. Der Finanzinvestor will die wichtigste Sparte der früheren Jenoptik -Tochter mit dem Schweizer Oerlikon -Konzern verschmelzen.

ZÜRICH. Nach Handelsblatt-Informationen kommen Gutachter der Citibank, die mit einer vertieften Unternehmensprüfung beauftragt sind, zu der vorläufigen Einschätzung, dass eine Aufspaltung des Anlagenbauers von Vorteil sei: Der M+W-Zander-Bereich "Facility Management", der den Betrieb und die Wartung von Anlagen anbietet, passe im Vergleich zum margenstärkeren Anlagenbau weniger gut zur künftigen Ausrichtung von M+W Zander.

Vor diesem Hintergrund werden im Management des Stuttgarter Unternehmens erste Befürchtungen laut: "Ich halte einen Verkauf der Sparte Facility Management für möglich", sagt ein Beteiligter.

M+W-Zander baut komplette Chipfabriken sowie Produktionsstätten für Solaranlagen und hat mit seinen 8 000 Mitarbeitern im vergangenen Jahr 2,1 Mrd. Euro Umsatz erwirtschaftet. Das profitable Unternehmen verfügt über die beiden Sparten Facility Management und Facility Engineering, wobei der Anlagenbau etwa zwei Drittel zum Umsatz beiträgt, die personalintensiven Dienstleistungen aber nur ein Drittel. Im Service arbeitet rund die Hälfte der M+W-Zander-Beschäftigten. Das Geschäft ist langfristiger, während der Anlagenbau projektbezogen mit einer schwankenderen Auftragslage zu kämpfen hat.

M+W Zander hat in den vergangenen Jahren mehrmals den Besitzer gewechselt. Es gehörte ursprünglich zur Jenoptik und wurde 2005 an den Genfer Finanzinvestor Springwater Capital verkauft. Im vergangenen Jahr interessierte sich dann die Victory-Beteiligungsgesellschaft, die von den österreichischen Investoren Ronny Pecik und Georg Stumpf geführt wird, für M&W Zander. Victory ist auch Großeigentümerin des Schweizer Industriekonzerns Oerlikon.

Pecik und Stumpf sehen in dem deutschen Anlagenbauer eine ideale Ergänzung für Oerlikon, das sich mehr und mehr auf Solartechnik spezialisiert und hier "schlüsselfertige" Lösungen anbieten will. Der Kauf für eine niedrige dreistellige Millionensumme ging nach Verhandlungen, die sich wegen undurchsichtiger Eigentumsverhältnisse in die Länge zogen, Ende November vergangenen Jahres über die Bühne. Seither herrscht bei M+W Zander Rätselraten darüber, wie es weitergeht.

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