Anlagenbauer
Singulus: Wechsel an Unternehmensspitze

Beim kriselnden Anlagenbauer Singulus gibt es einen überraschenden Wechsel an der Unternehmensspitze. Vorstandschef Stefan Baustert scheidet Ende August aus, Nachfolger wird Stefan Rinck, Manager des Gabelstapler-Herstellers Kion. Rinck soll den deutschen Spezialmaschinen-Hersteller aus seiner tiefen Krise führen.

DÜSSELDORF. Dies teilte das Unternehmen aus Kahl am Main gestern Abend nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Bis zum 1. April nächsten Jahres übernimmt der derzeitige Aufsichtsratschef und Firmengründer Roland Lacher die Leitung des Weltmarktführers bei Anlagen zur Herstellung von CDs und DVDs. Danach soll ein Manager des Gabelstapler-Herstellers Kion, Stefan Rinck, an die Spitze von Singulus rücken.

Rinck wird bereits zum 1. September in den Vorstand berufen. Lachers Aufgaben an der Spitze des Aufsichtsrats wird bis Ende März 2010 sein Stellvertreter Wolfhard Leichnitz übernehmen.

Ziel der Personalveränderungen sei es, Singulus wieder auf einen Wachstumskurs zurück zu führen, hieß es in der Mitteilung.

Lacher sagte dem Handelsblatt, dass Baustert ein ausgezeichneter Finanzvorstand sei. Aber er war offensichtlich nicht der richtige Chef an der Spitze eines Hochtechnologieunternehmens. „Wir brauchen jemand, der über Produkte reden kann und Unternehmerblut hat“, sagte Lacher.

Die Photovoltaik sei das Herz des Unternehmens, das müsse geführt werden, hier müsse der künftige Chef mit den Großkunden reden können. Dies traut er Rinck zu, da dieser vorher bei Mannesmann-Rexroth war und hier die Integration von Rexroth in den Bosch-Konzern vorangetrieben habe.

Ende Juli hatte bereits Hans-Jürgen Stangl den Vorstand verlassen. Singulus rechnet nach einem Geschäftseinbruch in den ersten sechs Monaten mit einem Umsatzminus von bis zu 50 Prozent und einem deutlichen Verlust in diesem Jahr. Das Unternehmen erwartet für das laufende Jahr jetzt einen Umsatz in einer Bandbreite von 105 Mio. bis 125 Mio. Euro und ein deutlich negatives Ergebnis. Singulus ist Weltmarktführer bei Maschinen zur Herstellung des neuen DVD-Formats Blu-ray, doch die Nachfrage springt nicht wie erhofft an. Auch im neuen Geschäftsgebiet Solar leidet Singulus unter einer schleppenden Nachfrage. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen aus Kahl am Main noch knapp 208 Mio. Euro umgesetzt und dabei einen Verlust von 49 Mio. Euro verbucht.

Der Spezialmaschinenbauer rechnet frühestens für das Jahr 2010 wieder mit einer Erholung des Marktes. Deshalb hat das Unternehmen jetzt die Streichung von 190 Arbeitsplätzen angekündigt. Ende März hatte das Unternehmen noch 684 Mitarbeiter und damit 38 weniger als Ende 2008. Der Restrukturierungsaufwand werde das Ergebnis mit rund sieben Mio. Euro belasten und soll die Kosten ab 2010 um elf bis zwölf Mio. Euro senken.

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