Anlagenbauer
SMS holt weniger Aufträge herein als erwartet

Der Düsseldorfer Anlagenbauer SMS hat 2012 nicht so viele Aufträge an Land gezogen wie erwartet. Im kommenden Jahr wird damit die Kapazitätsauslastung an der unteren Grenze liegen. Doch Personalabbau ist noch kein Thema.
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DüsseldorfTrübe Aussichten für den Anlagenbauer SMS mit seinen rund 11.500 Beschäftigten: Heinrich Weiss, Chef des familiengeführten Düsseldorfer Traditionskonzerns, räumte am Mittwoch ein, in diesem Jahr nicht so viele Aufträge erhalten zu haben wie gehofft. Damit werde 2013 die Kapazitätsauslastung an der unteren Grenze liegen, kündigte er an.

Zurzeit sei die Beschäftigung im Durchschnitt noch bis in das kommende Frühjahr gesichert. „Nicht nur aufgrund der schwachen Stahlkonjunktur, sondern auch wegen der erwarteten Auswirkungen der Staatsschulden- und Eurokrise in Europa auf das Weltfinanzsystem, sind unsere Kunden zurzeit außerordentlich zurückhaltend bei der Auftragsvergabe.“

Von Personalabbau ist bei SMS-Chef Weiss derzeit aber nicht die Rede. Vielmehr plane er - wie schon nach der ersten Finanzkrise - die schwächere Auftragslage für die Aus- und Weiterbildung der Nachwuchskräfte und des Stammpersonals zu nutzen, erklärte Weiss. Kosten sollen durch mehr Effizienz und Produktivitätssteigerungen gesenkt werden. Zudem will Weiss den Konzern stärker außerhalb Europas positionieren und den Bau von Fertigungs- und Serviceeinrichtungen in den Hauptmärkten China und Indien vorantreiben.

Der für die Stahl- und Aluminiumindustrie produzierende Anlagenbauer und Konkurrent von Siemens erwartet 2012 nunmehr einen Rückgang des Auftragseingangs auf 3,2 Milliarden Euro nach 3,42 Milliarden im Vorjahr. Ursprünglich hatte Weiss über 3,5 Milliarden Euro angepeilt. Der Umsatz soll unverändert den Vorjahreswert von 3,07 Milliarden Euro erreichen. Ein Ergebnisziel nannte Weiss nicht. 2011 hatte der Konzern vor Steuern 265 Millionen Euro verdient.

Zu SMS gehört seit 2010 mehrheitlich der börsennotierte Spezialmaschinenbauer Elexis. Jüngst erwarb der Düsseldorfer Konzern zudem von ArcelorMittal und dem Luxemburger Fonds Luxempart insgesamt 60 Prozent an Paul Wurth. Die Firma mit ihren 1800 Mitarbeitern und rund 600 Millionen Euro Umsatz gilt als Weltmarktführer unter den Ausrüstern im Hochofenbau.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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