Anleger erwarten größere Offenheit vom Management
Shell-Aktionäre wollen auf der Hauptversammlung Dampf ablassen

Dem Management von Royal Dutch/Shell drohen bohrende Fragen ihrer Aktionäre, wenn der Ölmulti am Montag zeitgleich in London und Den Haag zur ersten Hauptversammlung nach dem Debakel bei den Ölreserven und dem Führungswechsel an der Spitze einlädt.

fs/tom LONDON. Beobachter in London erwarten, dass einige enttäuschte Anleger „Dampf ablassen“ werden: „Es wird keine strategischen Antworten geben, aber Aufschlüsse darüber, wie offen sich das Management gibt“, sagt Anish Kapadia von der Schweizer Investmentbank UBS Warburg.

Zuletzt hatte es noch so ausgesehen, als könne Shell einen Aufruhr vermeiden. Das Management kündigte an, im kommenden Jahr die so genannten Vorzugsaktien abzuschaffen, die dem eigenen Management zusätzliche Rechte geben. Auch deutete Shell eine Vereinfachung seiner doppelten Vorstands- und Managementstruktur an, die als einer der Gründe für die Korrektur der Öl-Reserven gesehen wurde.

Große Anleger wie Knight Vinke Asset Management (KVAM) und der kalifornische Pensionsfonds Calpers drängen nun darauf, dass der Ölkonzern sein internes Gremium, das Vorschläge zur Verbesserung des Managements erarbeiten soll, auch mit unabhängigen Experten besetzt. Das Gremium müsse zudem schneller seinen Bericht vorlegen. Shell hatte angekündigt, diesen November Ergebnisse vorlegen zu wollen.

„Wir wollen keine Konfrontation mit dem Unternehmen“, sagt Eric Knight von KVAM, der sich auch auf der Hauptversammlung zu Wort melden wird. Shell habe in Gesprächen die Bereitschaft gezeigt, sich zu bewegen, so Knight. Im Konzern werde sich einiges ändern, doch Knight hält eine vollständige Fusion der beiden Hälften Royal Dutch und Shell nicht für zwingend. Es gehe darum, einen Vorstand zu haben, der einem einheitlichen Aufsichtsgremium verantwortlich sei. Und: „Die Zeiten haben sich geändert. Es wäre auch ein klares Zeichen, wenn Aktionäre zeigen könnten, dass sie ein Unternehmen wie Shell verändern können“, sagt Knight.

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