Anleger sehen geplante Kanebo-Akquisition kritisch
L’Oréal will japanischen Kosmetik-Riesen kaufen

Der weltgrößte Kosmetikhersteller L’Oréal ist an einem Kauf des großen japanischen Konkurrenten Kanebo interessiert. Das gab L'Oréal-Chef Lindsay Owen-Jones bekannt. Diese Ankündigung, aber auch die als enttäuschend gewerteten Halbjahreszahlen ließen die L’Oréal-Aktie am Freitag mehr als fünf Prozent ihres Wertes verlieren.

ali PARIS. Während sich der Umsatz um 3,5 Prozent auf 7,2 Mrd. Euro erhöhte, verringerte sich der Halbjahresgewinn des französischen Konzerns im Vergleich zu 2004 um knapp sechs Prozent. Gründe sind das schleppende Geschäft in Frankreich und Deutschland sowie die Tatsache, dass L’Oréal nur noch die Dividenden, aber nicht mehr den anteiligen Gewinn des ebenfalls französischen Pharma-Konzerns Sanofi nach dessen Fusion mit Aventis in der eigenen Bilanz verbuchen kann.

Einige seiner Kollegen hätten vor der Veröffentlichung der Zahlen noch ihre Prognosen nach oben geschraubt, daher seien sie jetzt enttäuscht, urteilte ein Pariser Analyst. Laut Bloomberg haben die Experten im Schnitt mit einem Gewinn von 918 Mill. Euro gerechnet, L’Oréal wies ein Ergebnis von 892 Mill. aus. Verglichen mit der Vorjahreszahl von 947 Mill. Euro ergibt sich darauf ein Rückgang. Doch die Zahl aus dem vergangenen Jahr enthält noch die anteilige Gewinnverbuchung von Sanofi, wo L’Oréal Großaktionär ist. Im Zuge der Fusion mit Aventis verringerte L’Oréal seine Beteiligung und darf jetzt nur noch die bezogenen Dividenden dem eigenen Gewinn hinzuschlagen. Rechnet man diesen Sondereffekt heraus, hat L’Oréal im Vergleich zum ersten Halbjahr 2004 den Gewinn von 875 auf 892 Mill. Euro gesteigert.

Zu L’Oréals Interesse an der japanischen Kanebo sagte Owen-Jones: „Es ist selten und einzigartig, dass ein Unternehmen wie Kanebo zu verkaufen ist.“ Kein Kosmetik-Konzern könne sich erlauben, sich solch eine Möglichkeit nicht genauer anzusehen. Kanebo ist Japans zweitgrößter Kosmetikhersteller. Das Unternehmen musste von der staatlichen Revitalisierungs-Agentur IRCJ aufgefangen werden; nach der Sanierung steht Kanebo nun zum Verkauf. Laut Presseberichten sind neben L’Oréal auch Procter & Gamble, die japanische Kao und die britische Revlon an Kanebo interessiert.

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