Anlieger klagen gegen Stadt wegen drohender Enteignung
Airbus will Anlieger mit Fonds beschwichtigen

Mit einem Fonds in Höhe von 3 Millionen Euro für die betroffenen Anwohner will die zum EADS-Konzern gehörende Airbus Deutschland GmbH die umstrittene Verlängerung der Startbahn in Hamburg-Neuenfelde erreichen.

HB HAMBURG. Der Fonds solle zur Verbesserung der Lebensqualität in dem Dorf Neuenfelde verwandt werden, sagte der Geschäftsführer von Airbus Deutschland, Gerhard Puttfarcken, am Dienstag in Hamburg vor Journalisten. Über den Einsatz der Gelder solle die Dorfgemeinschaft entscheiden.

Das Flugzeugunternehmen muss die Startbahn um 589 Meter verlängern, um die Frachtversion des Airbus A 380 in Hamburg ausliefern zu können. Die 150 Tonnen Startgewicht des A 380 sind für die bestehende Anlage zu groß. Für die Verlängerung der Startbahn hätten zehn Anwohner Neuenfeldes ihr Land an die Stadt verkaufen müssen. Als diese sich weigerten, drohte die Stadt mit Enteignung. Dagegen klagten die Anwohner.

Das Oberverwaltungsgericht Hamburg hatte im Sommer in einem Eilverfahren einen Baustopp mit der Begründung verhängt, eine Enteignung wäre wegen der bislang nur wenigen Bestellungen für das Frachtflugzeug unverhältnismäßig. Eine endgültige Entscheidung kann sich noch über Jahre hinziehen. Airbus hatte der Stadt Anfang Oktober ein Ultimatum gesetzt und bis November eine Entscheidung verlangt. Andernfalls könne die Frachtversion des Großflugzeuges A 380 auch in Toulouse ausgeliefert werden.

„Für die Zukunft von Airbus und des Luftfahrtstandorts Hamburg ist die Verlängerung der Startbahn lebenswichtig. Wir sichern damit über 10 000 hochwertige Arbeitsplätze in einer Zukunftsindustrie“, sagte Puttfarcken. An der Verlängerung der Startbahn hängen nach Angaben des Betriebsrats auch die Arbeitsplätze in einem von Airbus geplanten Hotel und der Betrieb weiterer für das Auslieferungszentrum benötigter Anlagen. Für das Projekt A 380 inklusive der Personenflugzeugversion wurden 1730 Mitarbeiter in Hamburg eingestellt.

Airbus hat Konstruktions- und Fertigungsstandorte in Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Spanien. Der US-Hersteller Boeing hat weltweit derzeit einen Marktanteil von 90 Prozent aller Frachtflugzeuge. Airbus sieht deshalb gute Chancen, Marktanteile zu gewinnen.

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