Annahmefrist ausgelaufen
Porsche scheitert planmäßig mit VW-Übernahme

Vor einigen Wochen hatte Porsche den VW-Aktionären ein Übernahmeangebot gemacht, dass diese einfach ablehnen mussten, so schlecht war der Kurs. Seltsamerweise haben sich doch einige Anteilseigner auf das Geschäft eingelassen.

HB STUTTGART. Bis zum Ende der Annahmefrist am vergangenen Dienstag seien insgesamt 172 218 Stamm- und 68 262 Vorzugsaktien angeboten worden, teilte Porsche am Montag in Stuttgart mit. Dies entspreche jeweils rund 0,06 Prozent der 287 Mill. Stamm- und 105 Mill. Vorzugsaktien. Der Porsche-Anteil an VW steige dadurch von zuvor 30,92 auf 30,97 Prozent der Stimmrechte und 22,69 Prozent des Kapitals. „Das Ergebnis war angesichts des über dem Angebotspreis liegenden aktuellen Börsenkurses nicht anders zu erwarten“, kommentierte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking den Ausgang.

Der Sportwagenbauer war verpflichtet, den VW-Aktionären ein Übernahmeangebot zu unterbreiten, nachdem er seinen VW-Anteil auf mehr als 30 Prozent erhöht hatte. Das Angebot lag mit 100,92 Euro je Stamm- und 65,54 Euro je Vorzugsaktie jedoch deutlich unter dem aktuellen Börsenkurs der VW-Aktie. Vorstand und Aufsichtsrat von VW hatten das Angebot Mitte Mai daher abgelehnt. Porsche sitzt selbst im VW-Aufsichtsrat.

Auch Porsche hatte bereits bei der Ankündigung des Pflichtangebots Ende März mitgeteilt, derzeit nicht die Mehrheit in Wolfsburg anzustreben. Mit dem Pflichtangebot wolle Porsche aber den Handlungsspielraum für künftige Zukäufe vergrößern. Nach Ablauf der Annahmefrist ist auch bei einem weiteren Ausbau des Porsche- Engagements in Wolfsburg kein erneutes Pflichtangebot erforderlich. Die Stuttgarter können nunmehr bis auf fast 50 Prozent weiter zukaufen, ohne sich erneut erklären zu müssen.

Niedersachsen hält mit

Das Land Niedersachsen, das zweiter Großaktionär bei VW ist, hatte im Vorfeld bereits angekündigt, nicht zu verkaufen. Das Land hatte vor wenigen Tagen weitere VW-Stammaktien erworben und damit seinen Anteil an Volkswagen kurzfristig von 20,23 auf 20,36 Prozent erhöht. Durch ein Aktienoptionsprogramm für VW-Mitarbeiter drohte der Landesanteil unter die wichtige Marke von 20 Prozent zu sinken.

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