Annahmefrist läuft noch bis zum 28. Juni
Continental zeigt Fonds die Gelbe Karte

Continental-finanzchef Alan Hippe hat dem Finanzmarkt eine klare Nachricht gesandt: Wir werden definitiv keinen höheren Preis für die Phoenix-Aktie zahlen. Denn 6 Tage vor Ablauf der Übernahmefrist am kommenden Montag, 24.00 Uhr, fehlen dem Unternehmen immer noch mehr als 22% der Stimmrechte zum Erreichen der Schwelle von 75%, die als Mindestziel ausgegeben worden war.

HB HAMBURG/HAMBURG. Auch ein Scheitern der Übernahme wird aber nicht ausgeschlossen, falls sich die Transaktion nicht rechnet. Das Angebot von 15 Euro je Phoenix-Aktie wolle Continental nicht ändern.

Rein rechtlich sei eine Annahme auch zu einer geringeren Quote als die angestrebten 75 Prozent denkbar, sagte Hippe am Dienstag in Hannover. Zugleich bekräftigte Hippe, dass Continental eine Dreiviertelmehrheit an Phoenix benötige, um die erwarteten Synergien heben zu können. Conti will Phoenix für knapp 230 Millionen Euro übernehmen und geht nach früheren Aussagen von Synergieeffekten in Höhe von 30 Millionen Euro aus, die binnen zwei Jahren realisiert werden sollen. Die Annahmefrist des am 26. April gestarteten Übernahmeangebots läuft noch bis zum 28. Juni. „An den 15 Euro gibt es nichts zu argumentieren“, sagte Hippe und machte damit klar, dass der Angebotspreis nicht verändert werden.

Einziger Unsicherheitsfaktor war, ist und bleibt in den letzten Tagen das Verhalten der Investmentfonds. Zwar hat das Unternehmen - wie bei solchen Transaktionen üblich - mit den großen Fonds ausführlich gesprochen. Das Ergebnis, so ein Brancheninsider, war, dass "man keine großen Bauchschmerzen" haben muss, die Annahmequote von 75% zu erreichen. Doch um endgültige Sicherheit zu erlangen, reicht die Informationslage offensichtlich derzeit nicht aus. Denn zu viele Fonds haben kleinere Bestände, die letzlich den Ausschlag geben könnten, ob die für den Bereich Contitech recht bedeutende Akquisition glatt über die Bühne geht.

Als "zum Teil positiv, zum Teil abwartend", bezeichnet Hippe die derzeitige Reaktion, sieht aber auch "spekulative Elemente" in dem Vorgehen einiger Fondsmanager. Zuversichtlich stimmt ihn aber, dass bei Übernahme dieser Konstellation "10% bis 30% der Aktien in den letzten 3 Tagen getendert werden".

Falls Continental bis zum Ende der Annahmefrist nicht die erforderliche Aktienzahl erhalte, werde man die Situation neu bewerten. „Wir werden uns das mit spitzem Bleistift angucken und dann unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten entscheiden. Wenn wir zu dem Schluss kommen, dass die Transaktion in einer bestimmten Konstellation keinen Sinn macht, werden wir sie nicht realisieren“, sagte Hippe. Er äußerte sich gleichzeitig zuversichtlich, dass in den verbleibenden Tagen noch weitere Aktienpakete angeboten würden. Dies habe die Erfahrungen bei Übernahmebeispielen anderer Unternehmen gezeigt. Offenbar hielten einige Anteilseigner Aktien aus spekulativen Gründen bis zuletzt zurück. „Wir wollen an alle diejenigen ein Signal setzen, die sich in Sicherheit wiegen und glauben, sie könnten spekulative Elemente einbringen“, sagte Hippe.

Zuletzt hatte Continental nach Hippes Worten bereits 52,65 Prozent der Phoenix-Anteile gehalten.Laut offizieller Mitteilung des Unternehmen hat Continental mit Stand vom 18. Juni rund 52,41% der Phoenix-Aktien. Das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot hätten 37 % der Phoenix-Stimmrechte angenommen. Hinzu kämen 0,75% Phoenix-Aktien, die Conti bereits hält. Weitere 14,66% hat der Konzern unter Vorbehalt von der Proequity-Beteiligungsgesellschaft erworben. Die Frist für die Übernahme des freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots endet am 28. Juni um 24 Uhr.

Mit dem Erwerb von Phoenix will Continental seine Tochter Contitech zu einem führenden Anbieter von Kautschuk- und Kunststofftechnologie machen und peilt mittelfristig auch den Börsengang dieser Sparte an. Dies hatte Konzernchef Manfred Wennemer jüngst in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters gesagt.

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