Anstieg des Gewinns um 20 Prozent nicht ausgeschlossen
Henkel erwartet für 2005 Zuwachs beim Gewinn

Wegen wegfallender planmäßiger Firmenwertabschreibungen rechnet der Konsumgüterhersteller Henkel nach den Worten von Konzernchef Ulrich Lehner im kommenden Jahr mit einem Gewinnzuwachs.

HB DÜSSELDORF. „Das Ergebnis wird allein schon rechnerisch steigen durch die Umstellung der Abschreibungsregeln - den Wegfall der Goodwill-Abschreibungen“, sagte Lehner in einem Interview der „Börsen-Zeitung“ (Donnerstagausgabe) auf die Frage nach einem Ausblick für das Jahr 2005. Er halte einen Anstieg des Gewinns je Aktie von 20 % für möglich. Die Aktien von Henkel kletterten am Morgen um 1,7 % auf 59,89 €, während der Deutsche Aktienindex (Dax) nur 0,7 % zulegte.

Die Geschäftswertabschreibungen hätten sich allein im vergangenen Jahr auf 125 Mill. € belaufen, skizzierte Lehner. „Wenn die wegfallen, haben wir eine Ebit-Verbesserung um diesen Betrag“. 2003 hatte das Ebit 706 Mill. € betragen - damit könne der Wegfall der Goodwill- Abschreibungen „leicht eine Verbesserung von einem Fünftel bis zu einem Sechstel ausmachen“. Zudem könne sich der Wegfall der Abschreibungen voll auf den Jahresüberschuss auswirken. „Das wäre eine Steigerung um 20 % beim Gewinn je Aktie“. Mittel- bis langfristig strebe Henkel zudem eine Verbesserung der Ebit-Marge in den zweistelligen Bereich hin an.

Mit Blick auf die Refinanzierung des rund 2,9 Mrd. Dollar teuren US-Zukaufs Dial wollte Lehner noch keine neuen Details bekannt geben. Er unterstrich aber, diese solle bis zum Ende des Jahres abgeschlossen werden. Henkel hatte angekündigt, einen Teil seiner Mehrheitsbeteiligungen an Clorox sowie Ecolab oder eine Kombination aus beiden zur Ablösung von Verbindlichkeiten veräußern zu wollen. Lehner betonte, die Nettoverschuldung des Konzern werde zum Jahresende „deutlich reduziert“ werden.

Von einer Konjunkturbelebung in Europa und einer damit verbundenen Kauflust geht der Vorstandschef für das kommende Jahr nicht aus. Wachstumsimpulse seien eher aus den USA und Asien zu erwarten. Für Henkel sei zudem der Ausbau der Präsenz in der Region Asien/Pazifik und Nordamerika eine wichtige Zielsetzung. Die Region Asien/Pazifik hatte 2003 einen Anteil von rund acht Prozent am Konzernumsatz. „Da sollte jedoch langfristig eine Zahl zwischen zehn und 15 % stehen“, sagte Lehner der Zeitung.

Lehner unterstrich zudem erneut, dass der Henkel-Konzern an seinen Prognosen für das Jahr 2004 festhalte. Henkel rechnet für 2004 damit weiter mit einem um Wechselkurseffekte bereinigten Wachstum des Betriebsergebnisses im „mittleren Bereich“ zwischen zehn und 20 %. Beim Ergebnis pro Aktie (EPS) vor Abschreibungen hatte Henkel die Prognose im August sogar leicht angehoben: Dort erwartet der Konzern wegen einer niedrigeren Steuerquote einen Anstieg im mittleren Bereich dieser Spanne.

Die Aktien des Düsseldorfer Konsumgüterherstellers waren unter Druck geraten, nachdem der britisch-niederländische Konkurrent Unilever seine Jahresprognose zum erwarteten Ergebnis je Aktie deutlich gesenkt hatte und auch die Ergebnisse des Konkurrenten Colgate-Palmolive enttäuscht hatten. Henkel war vor allem im Waschmittelmarkt in Europa und vor allem dem Heimatmarkt Deutschland durch Preiskämpfe und die Konsumflaute unter Druck geraten. „Wir sehen aber auch im Waschmittel- und Kosmetikbereich eine Abschwächung der negativen Dynamik - nicht im Markt, aber bei uns“, sagte Lehner. Zudem liegen die Sparten Konsumentenklebstoffe und Technologies so gut, dass sie die „Entwicklung in anderen Konsumentenbereichen deutlich überkompensieren“.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%